Mitarbeitergespräche – eine lästige Pflichtübung?

von | Nov 2, 2016

Mitarbeitergespräche – so machst Du mehr daraus!

Das kennt jede Führungskraft: gegen Ende des Jahres wächst der Druck, doch noch rasch die Mitarbeitergespräche unterzubringen. Vor Jahrzehnten im Zusammenhang mit dem „Management by Objectives“ als Wunderwaffe gepriesen, wachsen heute die Zweifel. Haben Mitarbeitergespräche überhaupt einen Sinn? Sind sie nicht bloß ein lästiges Ritual? Unlängst sagte eine Führungskraft zu mir: „Schau, ich gehe das mit dem Mitarbeiter zügig durch. Die Jahresziele kommen ohnehin von oben. Da kann man nix machen. Der Mitarbeiter weiß das auch. Er akzeptiert die Ziele, gibt sein Bestes. Und das genügt mir. Alle wissen, dass das nur eine Formalität ist.“

Wie kann man nun mehr aus dem Gespräch machen, als bloß eine Pflichtübung zu absolvieren?

Was ist der Nutzen des Mitarbeitergesprächs?

  • Orientierung: im Mitarbeitergespräch geht es um eine Rückschau auf das abgelaufene Jahr. Die Leistung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin wird unter die Lupe genommen und Stärken und Schwächen werden sichtbar.
  • Fördermöglichkeit: Etwaige Schwächen werden im Mitarbeitergespräch nicht nur angesprochen sondern auch nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Niemand ist perfekt! Ein Mitarbeitergespräch eröffnet Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Potenzialerkennung: im Mitarbeitergespräch können Potenziale des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin sichtbar und für das Unternehmen genutzt werden.
  • Aussprachemöglichkeit: Das Mitarbeitergespräch bietet die Gelegenheit zu einem vertraulichen Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Probleme, die die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin tangieren, kommen auf den Tisch und können gelöst werden.
  • Beziehungsverbesserung: gute Beziehungen sind das A und O für ein positives Betriebsklima, das insgesamt leistungsfördernd wirkt. Zu guten Beziehungen gehört Vertrauen. Das kann durch ein Mitarbeitergespräch gefördert werden.
  • Unternehmensziele und Strategie werden transparenter. Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin kann Fragen zu den Zielsetzungen des Unternehmens stellen, Unklarheiten werden beseitigt und die Identifikation mit dem Unternehmen steigt.
  • Feedbackmöglichkeit für die Führungskraft: das Mitarbeitergespräch ist ein Dialog. Nutze die Chance als Führungskraft, vom Mitarbeiter/der Mitarbeiterin ein Feedback zu deiner Person zu bekommen!

Worauf musst du achten?

  1. Gute Vorbereitung: gut vorbereitete Gespräche laufen einfach besser! Nutze unsere Checkliste, um optimal in das Gespräch zu starten!
  2. Klarer Rahmen: rechtzeitige Ankündigung, Ungestörtheit, genügen Zeit (mindestens 60 Minuten) sollten selbstverständlich sein.
  3. Fakten statt Mutmaßungen: Belege deine Aussagen mit klaren, nachprüfbaren Fakten! Unterlasse Interpretationen.
  4. Bemühe dich um gleiche Redeanteile
  5. Höre zu: Gehe auf den Mitarbeiter/der Mitarbeiterin ein. Du schaffst damit ein gutes Klima.
  6. Soft-skills: vermeide es, dass sich das Gespräch nur um hard-facts wie Umsatz, EBIT oder Verkaufszahlen dreht. Gehe auch auf weiche Faktoren ein: Teamwork, Kommunikation, Kundenorientierung, Organisationsfähigkeit etc.
  7. Fordere den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin auf, dir ein Feedback zu geben: du erfährst dadurch, wie du deine Führungsleistung verbessern kannst und gibst ein gutes Beispiel
  8. Treffe klare Vereinbarungen: Formuliere die Ziele für das nächste Jahr so konkret wie möglich. Halte alles schriftlich fest. Strebe die Zustimmung des Mitarbeiters an.
  9. Werte das Gespräch für dich aus: was ist gut gelungen, was könnte besser sein?
  10. Leite die vereinbarten Maßnahmen in die Wege: stimme dich ggf. mit HR oder der nächsthöheren Ebene ab

 

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