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Corona – Was Du gegen die Angst tun kannst

von | Mrz 18, 2020

So kommst Du aus dem Angstmodus

Keine Frage: die augenblickliche Lage ist dramatisch. Die Corona-Virus-Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Schulen wurden geschlossen, Mitarbeiter*innen ins Homeoffice geschickt, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Viele Unternehmen – besonderes die Klein- und Mittelbetriebe – stehen vor der Frage, wie sie das alles schaffen sollen. Die wirtschaftliche Existenz ist bedroht.

Für jeden Einzelnen nimmt die Unsicherheit zu. Denn anders als bei vielen anderen Herausforderungen, die auf einen im Laufe des Lebens zukommen, ist bei der Corona-Virus- Pandemie ein Ende nicht seriös abschätzbar.

Es kann also noch eine ganze Weile dauern.

Wir erfahren jetzt auf eine sehr radikale Weise wie schnell es gehen kann von einer sicher geglaubten Existenz in eine große Verunsicherung zu kommen.

Begreiflicherweise macht uns das Angst.

Der positive Aspekt der Angst

Angst ist für den Menschen nichts Ungewöhnliches. Wir erleben immer dann Angst, wenn wir in eine Situation geraten, in der wir eine Bedrohung unserer körperlichen oder psychischen Unversehrtheit erwarten. Diese Situation erzeugt Stress1)Mehr Infos zum Thema Stress . Der Stress bereitet uns dabei darauf vor, entweder die Bedrohung anzugreifen oder vor dieser zu flüchten. Wenn dies nicht möglich ist, gibt es noch die dritte Variante: sich totstellen. Du siehst also, dass Angst eine wichtige Funktion hat Situationen zu bewerten und schützende Maßnahmen einzuleiten.

Die Sachlage ist bei der aktuellen Corona-Virusbedrohung verschärft, denn wir können den Gegner nicht direkt wahrnehmen. Flüchten geht auch nicht, da ja CoVid19 in der ganzen Welt grassiert.

Es ist völlig normal, dass in dieser Situation massive Unsicherheitsgefühle auftreten. Allerdings ist die menschliche Psyche solchen Situationen nicht schutzlos ausgeliefert. Jeder Mensch verfügt über ein Repertoire an sogenannten Abwehrmechanismen, die helfen, mit der Unsicherheit umzugehen. Für die gegebene Situation der Corona-Virus-Pandemie gibt es günstige und weniger günstige Abwehrmechanismen.

Abwehrmechanismen und Bewältigungstrategien

Verharmlosung

Wenn eine Situation als bedrohlich erlebt wird greifen viele Menschen zu dem Mittel: „Wird schon nicht so schlimm werden“ oder „Die Medien übertreiben wieder einmal“. Dadurch wird das Ausmaß der angstmachenden Situation verkleinert und wir haben das Gefühl, diese leichter handhaben zu können. Solange diese Einstellung jemanden zu keinen unvorsichtigen Handlungen verleitet, ist alles ok. Allerdings zeigt die Praxis, dass viele dann so weiterleben, als hätte sich nichts geändert. Eine „Flucht in die Normalität“ setzt ein. Dass man damit sich selbst und andere gefährdet wird dabei meist vergessen. Das ist also ein sehr ungünstiger Abwehrmechanismus.

Selektive Wahrnehmung

Die selektive Wahrnehmung ist eine weitere Möglichkeit, um sich vor Bedrohungen zu schützen. Diese Strategie kann nützlich sein, denn es gelingt damit, bewusst einige Aspekte der Gefahr auszublenden. Das ist besonders im Umgang mit Information wichtig. Du solltest nicht wahllos Informationen aufnehmen, sondern gezielt. Und am besten vertraust Du nur seriösen Quellen. Also hat diese „gezielte Verdrängung“ sehr viele positive Aspekte.

Wenn Du die Corona-Bedrohung allerdings insgesamt verdrängen würdest, und das Ganze als einen großen Schwindel betrachtest, dann ist das ein Form von Realitätsflucht, die einfach unangemessen ist.

Akzeptanz und Abstand

Akzeptanz ist ein weiterer Aspekt, um die momentane Krise zu. bewältigen Das Corona-Virus ist da. Du kannst daran nichts ändern. Es ist auch normal, wenn Du Dich in einer solchen Situation unsicher fühlst oder Angst empfindest. Sage Dir ruhig häufiger am Tag einen Satz wie: „Die Situation ist so wie sie ist. Ich kann im Moment daran nichts ändern. Ich mache das Beste daraus!“

Humor und Gelassenheit

Auch wenn die Lage ernst ist – Humor kann auch eine Hilfe sein. Humor hilft, um Distanz zu gewinnen. Dadurch ist dann auch oftmals der Weg eröffnet, die Situation mit mehr Gelassenheit zu betrachten.

Auf Sicht fahren

Wir befinden uns im Moment in einer unübersichtlichen Situation. Zumindest in Europa hatten wir es seit langem nicht mehr mit so einer Lage zu tun. Statt hektisch etwas zu unternehmen kommt es jetzt darauf an, ruhig, besonnen und langsam vorzugehen. Agieren aber nicht überreagieren ist die Devise. Wenn Du beispielsweise ein Unternehmen leitest, ist es jetzt nicht die Zeit, hektisch alle möglichen Stellschrauben zu betätigen. Überlege Dir eine Maßnahme, von der Du meinst, dass sie zielführend ist. Setze diese um und beobachte den Effekt. Und dann entscheide, wie es weitergehen könnte.

Bleibe handlungsaktiv und wirf nicht die Flinte ins Korn.

Gespräche suchen

Suche auch bewusst das Gespräch mit anderen. Menschen sind auf Kommunikation mit anderen angewiesen. Igele Dich nicht ein – auch wenn das im Moment physisch das Gebot der Stunde ist. Gott sei Dank haben wir viele technische Möglichkeiten, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Erzähle, wie es Dir geht bzw. höre den anderen einfach zu. Das hilft in jeder schwierigen Situation. Wenn Du keinen Gesprächspartner hast, so suche Dir professionelle Unterstützung. Sich einzuigeln ist sicher nicht empfehlenswert.

Chancen erkennen

Sicher gab es Situationen in Deinem Leben, wo auch nicht alles rund gelaufen ist. Überlege, wie Du damals diese Situation bewältigt hast. Vielleicht war auch damals nicht alles optimal – aber Du hast einen Weg gefunden, damit klarzukommen.

Überlege einmal: Du hast damals die Krise gemeistert. Dein Erfahrungsschatz wurde dadurch reicher. Damit hast Du für die Zukunft etwas gelernt. Menschen entwickeln sich nämlich nicht allein durch positive Erfahrungen. Schwierigkeiten fordern Dich heraus und Du lernst etwas für Deine Zukunft.

Neues entdecken

Eine weitere Möglichkeit um gut durch die Krise zu kommen ist, sich bewusst mit Aktivitäten zu beschäftigen, die schon länger brach liegen. Vielleicht hast Du Lust, eine neue Geschäftsidee zu entwickeln? Oder es gibt vielleicht ein Hobby, das Du jetzt intensiver betreiben möchtest? Eventuell gibt Dir die momentane Situation die Gelegenheit, Dein Leben neu zu überdenken. Das Corona-Virus macht uns bewusst, dass unser Leben endlich ist. Insofern böte sich jetzt die Gelegenheit, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen. Was möchtest Du beibehalten? Was möchtest Du vielleicht ändern?

Auch wenn die momentane Krise mit großer Wucht daherkommt: die Welt wird nicht untergehen.

Wir werden uns anpassen und haben die Chance, gestärkt aus der Krise zu kommen.

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Anmerkungen und Nachweise   [ + ]

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