Wie Vorsätze zu Taten werden

Jedes Jahr das gleiche Spiel: der Jahreswechsel naht und die Vorsätze für das neue Jahr erleben eine Renaissance … Doch Hand auf’s Herz: wie viele der Vorsätze setzt du wirklich um?  Ein paar Hinweise, wie du deine Vorsätze realisieren kannst erfährst du hier. Unsere Überlegungen beruhen auf der PSI-Theorie von Julius Kuhl.

Dabei ist es eine wichtige Fähigkeit von uns Menschen, überhaupt Vorsätze fassen zu können – denn dazu benötigen wir eine besondere Form des Gedächtnisses: das Absichtsgedächtnis. Im Laufe der Evolution immer weiter ausgebildet ist dieses Gedächtnis (das in der Frontalregion unseres Gehirns sitzt) darauf spezialisiert, Vorhaben die noch realisiert werden sollen, zu speichern. Dieses Gedächtnis ist auch optimal, um eine Aufgabe zu planen, Schritte festzulegen und auf ein Ziel fokussiert zu bleiben.  Das Absichtsgedächtnis hat eine starke Verbindung zu einem anderen System in unserem Gehirn, der intuitiven Verhaltenssteuerung.

Die intuitive Verhaltenssteuerung ist ein System, das für uns Ausführungsroutinen und motorische Programme bereithält. Es heißt deswegen intuitiv, weil wir diese Programme automatisch ablaufen lassen.  Diese Handlungen werden durch Lernprozesse erworben und können dann “auf Knopfdruck” abgepult werden. Jeder erinnert sich an die ersten Fahrstunden: das Handling des Autos war noch schwierig: schalten, kuppeln, Gasgeben – alle diese Bewegungen zu koordinieren war nicht einfach. Aber nach einigem Training ist es geschafft und man hat diese Routinen wie selbstverständlich zur Verfügung. Dieses Ausführungssystem ist ein parallel arbeitendes Netzwerk, das viele Entscheidungen und Anpassungen in Sekundenbruchteilen fällt, ohne unser absichtsvolles Denken zu bemühen.

Wenn wir nun überlegen, wie ein Neujahrsvorsatz umgesetzt werden soll, dann wird klar, dass wir es irgendwie schaffen müssen, vom Vorsatz in die Handlung zu kommen. Oder anders ausgedrückt: unser Ausführungssystem muss aktiv werden. Julius Kuhl fand nun heraus, dass ein wesentlicher Aktivator des Ausführungssystems Gefühle sind: wenn wir uns gut fühlen, dann geht uns alles leicht von  der Hand. Wir können spontan und ungezwungen handeln! Das lässt sich sicher leicht nachvollziehen: wer gut gelaunt das Büro betritt, der schafft viel mehr, hat mehr Energie als der, der in einer schlechten Stimmung ist.

Also lautet ein wichtiger Rat, um Vorsätze umzusetzen: sorgen Sie für gute Laune und Freude! Dazu kann alles helfen, was die Stimmung verbessert: Musik, Blumen, Bilder – aber auch einfach motorisch etwas zu tun (z.B. einen kleinen Spaziergang zu unternehmen) fördert die Handlungsbereitschaft.

Ein zweiter Rat ist: nicht zu viel in das Absichtsgedächtnis packen. Wer sich andauernd Pläne macht, Vorsätze fasst oder sich immer wieder sagt, was noch alles zu tun ist, der baut eine Handlungshemmung auf. Das kommt daher, weil unser Absichtgedächtnis das Ausführungssystem hemmt.  Verwunderlich ist das nicht, denn es muss zunächst geplant werden, und da könnten plötzliche, spontane Handlungsimpulse stören. Allerdings muss es gelingen, diese Ausfürhungshemmung zu lösen, und das geschieht wie gesagt über den Weg der positiven Emotion. Was sicherlich wenig nützt, sind Selbstvorwürfe! Diese Selbstkritik führt geradwegs dazu, dass negative Emotionen entwickelt werden, die noch mehr zur Handlungslähmung beitragen.

Wie setze ich Vorsätze um

  1. Vorhaben klar beschreiben und notieren. Welches Ziel verfolge ich? Wo möchte ich hin?
  2. Ein Bild entwickeln, wie es sein wird, wenn ich mein Ziel erreicht habe
  3. Überlegen, welche Hindernisse ich meistern muss, um mein Ziel zu erreichen.
  4. Einen Plan fassen (schriftlich!)
  5. Umsetzen und dabei achten, dass bei der Umsetzung viele positive Emotionen erlebt werden, denn die “zünden” den Umsetzungsturbo

Und wie du mit deiner Zeit besser umgehen können, findest du im Blogbeitrag “Zeit- und Selbstmanagement

Nähere Informationen zur PSI-Persönlichkeitstheorie  www.psi-austria.at/psi-theorie

 

 

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