Blogheim.at LogoBlogheim.at Logo

Führungssituation VUCA-Welt proaktiv gestalten

Führungssituation VUCA-Welt proaktiv gestalten

Die VUCA-Welt prägt Deine Führungssituation

Zweifellos leben wir in Zeiten großer Umbrüche und Veränderungen.

Die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, dass schlagartig nichts mehr so sein kann, wie früher.

Die Zukunft ist immer weniger planbar.

Diese Situation, in der wir uns befinden, macht auch vor Unternehmen nicht halt. Auch Führungskräfte sind davon betroffen. Waren früher für Führungskräfte langfristige Jahresplanungen selbstverständlich, so erscheinen solche Konzepte zunehmend fragwürdig. Diese Führungssituation beschreibt man auch gerne als VUCA-Welt (höre dazu auch die Podcastfolge “Mit diesem System meisterst Du die VUCA-Welt).

Das Kunstwort VUCA beschreibt die Führungssituation recht treffend. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei für:

VVolatilityVeränderungen sind häufig und tiefgehend. Stabile Phasen sind mehr die Ausnahme als die Regel.
UUncertaintyFühren findet in unsicheren Zeiten statt. Auch die nähere Zukunft ist kaum vorhersagbar. Immer wieder gibt es Entwicklungen, die uns überraschen.
CComplexityDie Komplexität ist im Zunehmen begriffen. Es wird immer deutlicher, dass es keine einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen mehr gibt. Wir brauchen ganzheitliche Methoden, um die Komplexität zu meistern.
AAmbiguityAmbiguität zeichnet uns eine Welt der Widersprüche. Häufig gibt es kein einfaches “Richtig” oder “Falsch”. Das macht dann Schwierigkeiten, wenn man nach einfachen Lösungen sucht.

Und diese Führungssituation macht natürlich auch etwas mit Dir als Führungskraft. Denn Veränderungen, unsichere Zeiten. Krisen etc. gehen nicht spurlos an Dir vorüber.

Was die VUCA-Welt mit sich bringt

Als Führungskraft bist Du besonders gefordert, die Herausforderungen der VUCA-Welt zu meistern. “Augen zu und durch” kann manchmal funktionieren – ist jedoch kein taugliches Managementkonzept.

Aber was ist dann die beste Vorgangsweise?

Archimedes der das Hebelgesetz formuliert hat, soll einmal zur Veranschaulichung gemeint haben: “Gebt mir einen festen Punkt und ich hebe die Welt aus den Angeln”. Diese Aussage könnte man auch auf das Führen in unsicheren Zeiten beziehen. Vielleicht geht es Dir auch so, dass Du in schwierigen Zeiten einen Ansatzpunkt suchst, mit dem Du nachhaltig etwas verändern oder gestalten kannst.

Einerseits wird von Dir als Führungskraft verlangt, die richtigen Ansatzpunkte zu finden um Dein Team, Deine Abteilung oder das Unternehmen in die richtige Richtung zu steuern. Du sollst also wissen, welche Handlungen den nötigen Effekt erzielen.

Anderseits sollst Du und Dein Team flexibel und agil genug sein, um rasch auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Du sollst also die entsprechende Beweglichkeit zeigen.

In “normalen” Zeiten ist das durchaus möglich.

Aber in der VUCA-Welt sieht die Sache schon anders aus. Hier ist schon der Ausgangpunkt häufig unklar. Die Ziele ändern sich beständig und auch die Vorgehensweisen erfordern ein hohes Maß an Elastizität.

Und so haben viele Führungskräfte (und vielleicht gehörst Du auch dazu) das Gefühl, von Prozessen geradewegs überrollt zu werden, statt sie selbst proaktiv zu gestalten. Man ist eben nicht mehr Führungskraft, sondern man wird von den Dingen einfach überrollt. Und ich denke, dass das für viele ein Faktum ist, dass man manchen Prozessen auch ratlos oder geradezu machtlos gegenübersteht. Und von Führungskräften dann zu verlangen, dass sie jetzt alles richtig machen sollen, halte ich für eine problematische Anforderung.

Zwei ungünstige Managementhaltungen

Hilflos durch die VUCA-Welt

Eine sehr verständliche Reaktion auf die geschilderte Führungssituation in der VUCA-Welt ist Hilflosigkeit. Man fühlt sich den Gegebenheiten hilflos ausgeliefert und nimmt eine passive, abwartende Haltung ein. Der Vorteil: es können keine falschen Entscheidungen getroffen werden. Und wo es keine Entscheidungen gibt, gibt es auch keine falschen Handlungen.

Zumindest am Anfang.

Denn natürlich ist auch ein “Nicht-Handeln” ein Handeln und verbessert in aller Regel nicht unbedingt die Situation.

Hektisch durch die VUCA-Welt

Aus meiner Erfahrung geben sich die wenigsten Führungskräfte der völligen Hilflosigkeit und Passivität hin. Das passt auch nicht recht zum Bild einer Führungskraft. Denn diese soll im Idealfall jeder Führungssituation gerecht werden. Also auch den bewegten und unsicheren Zeiten. Die Führungskraft soll Sicherheit ausstrahlen und wissen, wohin die Reise gehen soll.

Trotzdem bleibt im Untergrund eine gewisse Ratlosigkeit und Unsicherheit bestehen. Und diese innere Unrast zeigt sich dann häufig in einer gewissen Form von Hektik und innerer Getriebenheit.

Die günstige Managementhaltung: Gegenwärtigkeit

Wenn Hektik und Ohnmacht ungünstige Haltungen sind – was wäre dann erstrebenswert (zur Vertiefung vgl. auch das Cynefin-framework)?

Ganz klar: der Zustand der Präsenz. Damit meine ich einen Zustand, in dem man ganz im “Hier-und-Jetzt” ist. Also einen Zustand, den man mit “Gegenwärtigkeit” beschreiben kann.

Diesen Zustand zu erreichen scheint jedoch besonders schwer – gerade im VUCA-Zeitalter.

Vielleicht geht es Dir genauso: Durch die hohe Arbeitsbelastung und die häufig wechselnden Anforderungen kommst Du in einen Zustand, in dem Du zwar in der Situation bist (z.B. in einem Meeting oder einem Gespräch mit jemanden), aber gleichzeitig schon daran denkst:

  • Was hab ich noch alles zu tun?
  • Welche nächsten Anforderungen gibt es?
  • Was muss ich in einer Stunde erledigen?
  • Wieso bin ich noch hier? Ich sollte eigentlich schon woanders sein.

Gleichzeitig wird der Blick auch noch nach hinten gerichtet und Du fragst Dich:

  • Was hab ich alles noch nicht geschafft?
  • Welche Fehler habe ich gestern gemacht?
  • Was könnte noch an Unangenehmen auf mich zukommen?
  • Welche Ereignisse belasten mich noch aus der Vergangenheit?

Du bist also in einer Situation, die wenig mit “Gegenwärtigkeit” zu tun hat.

Gegenwärtigkeit ist im Schnittpunkt von Zukunft und Vergangenheit. Wenn Deine Ausrichtung mehr auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft bezogen ist,  dann wird die Gegenwart immer mehr verkleinert. Sie schrumpft gewissermaßen zu einem kleinen Punkt zusammen.

3 wesentliche Fragen

Eine Führungskraft braucht aus meiner Sicht einen deutlich verbreiteten Bezug zur Gegenwart.

Warum braucht man das?

Weil Du Dir drei wesentliche Fragen stellen musst:

  • Zielperspektive: Was soll ich tun? Wo soll meine Reise hingehen? Was ist das Ziel des Ganzen? Und zwar nicht nur bezogen auf die nächsten zwei Stunden oder die nächste Woche oder die nächsten Monate. Sondern was ist eigentlich meine Mission? Was ist mein Auftrag? Warum bin ich als Führungskraft auf diese Position gesetzt worden? Was möchte ich hier erreichen?
  • Teamperspektive: Wer braucht was, was benötigen ganz konkret meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mir? Wie viel Ansprache benötigen sie vielleicht? Wie viel Motivation ist notwendig? Wo gehört die Unterstützung hin?
  • Ichperspektive: Was brauche ich selbst als Führungskraft, als Person? Wo fehlt es mir? Welche Ressourcen brauche ich? Was ist im Augenblick für mich notwendig? Was ist für mich wichtig? Was braucht auch die Organisation von mir? Was bin ich bereit zu geben?

Das sind aus meiner Sicht die Kardinalfragen, die Du reflektieren solltest. Vielleicht gibt es noch gar keine Antworten – aber wichtig ist in erster Linie der Reflexionsprozess.

Reflexion benötigt Stille

Diese Fragen kannst Du natürlich nicht nebenbei beantworten. Das gelingt nur, wenn Du “ganz da”, also präsent bist.

Warum ist das so notwendig?

Wenn es Dir gelingt, ganz gegenwärtig zu sein, hörst Du in Dich selbst hinein. In dieser Stille wird unser Selbstsystem besonders aktiv. Das Selbstsystem ist der Sitz Deiner Persönlichkeit. Dort findet sich das Bewusstsein, dass Du Du bist. Das Selbst organisiert die wichtigen Episoden, die Du im Laufe Deines Lebens “er-lebt” hast. Im Selbst finden sich Deine Werte, Gefühle, Einstellungen. Dieses Selbst ist wie ein leiser, weiser Ratgeber, der alles was Du tust oder wofür Du Dich entscheidest prüft, ob es mit Dir Selbst übereinstimmt.

Diesen Zustand der Übereinstimmung Deines Handelns mit Dir selbst kennst Du bestimmt.

Du kennst aber auch die andere Seite – wenn Du zwar agierst, aber nicht in Übereinstimmung mit Dir selbst. Das passiert besonders in Phasen von Stress und Hektik. Das Selbst kann sich in Phasen der Unruhe weniger gut Gehör schaffen.

Das Selbst spricht in einer leisen Stimme. Um es zu hören, benötigst Du Momente der Einkehr; ich würde ich sogar sagen, der Stille. Und erst von da aus hast Du den archimedischen Punkt, mit dem Du auch komplexe Situationen bewältigen kannst.

Für die Praxis

Wie kannst Du nun in Deiner Praxis mehr Momente der Stille haben?

Das ist gar nicht kompliziert. Du musst gar kein großes Übungsprogramm absolvieren. Es genügt, zwischendurch innezuhalten und mehr zu sich selbst zu kommen. Hier ein paar Anregungen:

  • Unternimm einen Spaziergang. Konzentriere Dich rein auf das Gehen an sich.
  • Eine andere Möglichkeit ist, dass du Routinetätigkeiten, die du so nebenbei durchführst, besonders bewusst durchführst. Gut geeignet sind dafür so Dinge wie Zähneputzen, Geschirrabwaschen oder sonstige Dinge. Das kannst Du als kleine Meditation betrachten, wo Du Dich ganz  auf die Tätigkeit an sich konzentriert und dabei bleibst.
  • Um in der Gegenwart zu bleiben ist es hilfreich, erledigte Arbeiten wirklich abzuschließen. Wenn Du z.B. deine E-Mails abgearbeitet hast, nicht gleich die nächste Tätigkeit beginnst, sondern dass du das abschließt indem Du zurückschaust und sagst: “Okay, jetzt habe ich diese 10 E-Mails durchgearbeitet. Das habe ich prima gemacht!”
  • Du kannst es Dir auch angewöhnen, jeden Tag eine kurze Tagesrückschau zu halten und die wesentlichen Erfahrungen des Tages zu notieren.
  • Eine weitere Methode der Hektik zu entgehen sind Atemübungen. Wenn Du merkst, dass Du Deine Balance verlierst, kann es hilfreich sein, die Augen zu schließen und bewusst langsam 4x einzuatmen und auszuatmen.

Das sind nur ein paar Anregungen die hilfreich sein können, mehr in Kontakt mit Dir selbst zu kommen. Aber: jeder Mensch ist anders. Ein individuelles Programm können wir gerne im Rahmen eines Coachings erarbeiten. Nimm dazu einfach mit mir Kontakt auf!

Bitte teilen. Vielen Dank

Corona – Was Du gegen die Angst tun kannst

Corona – Was Du gegen die Angst tun kannst

So kommst Du aus dem Angstmodus

Keine Frage: die augenblickliche Lage ist dramatisch. Die Corona-Virus-Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Schulen wurden geschlossen, Mitarbeiter*innen ins Homeoffice geschickt, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Viele Unternehmen – besonderes die Klein- und Mittelbetriebe – stehen vor der Frage, wie sie das alles schaffen sollen. Die wirtschaftliche Existenz ist bedroht.

Für jeden Einzelnen nimmt die Unsicherheit zu. Denn anders als bei vielen anderen Herausforderungen, die auf einen im Laufe des Lebens zukommen, ist bei der Corona-Virus- Pandemie ein Ende nicht seriös abschätzbar.

Es kann also noch eine ganze Weile dauern.

Wir erfahren jetzt auf eine sehr radikale Weise wie schnell es gehen kann von einer sicher geglaubten Existenz in eine große Verunsicherung zu kommen.

Begreiflicherweise macht uns das Angst.

Der positive Aspekt der Angst

Angst ist für den Menschen nichts Ungewöhnliches. Wir erleben immer dann Angst, wenn wir in eine Situation geraten, in der wir eine Bedrohung unserer körperlichen oder psychischen Unversehrtheit erwarten. Diese Situation erzeugt Stress[1]Mehr Infos zum Thema Stress . Der Stress bereitet uns dabei darauf vor, entweder die Bedrohung anzugreifen oder vor dieser zu flüchten. Wenn dies nicht möglich ist, gibt es noch die dritte Variante: sich totstellen. Du siehst also, dass Angst eine wichtige Funktion hat Situationen zu bewerten und schützende Maßnahmen einzuleiten.

Die Sachlage ist bei der aktuellen Corona-Virusbedrohung verschärft, denn wir können den Gegner nicht direkt wahrnehmen. Flüchten geht auch nicht, da ja CoVid19 in der ganzen Welt grassiert.

Es ist völlig normal, dass in dieser Situation massive Unsicherheitsgefühle auftreten. Allerdings ist die menschliche Psyche solchen Situationen nicht schutzlos ausgeliefert. Jeder Mensch verfügt über ein Repertoire an sogenannten Abwehrmechanismen, die helfen, mit der Unsicherheit umzugehen. Für die gegebene Situation der Corona-Virus-Pandemie gibt es günstige und weniger günstige Abwehrmechanismen.

Abwehrmechanismen und Bewältigungstrategien

Verharmlosung

Wenn eine Situation als bedrohlich erlebt wird greifen viele Menschen zu dem Mittel: „Wird schon nicht so schlimm werden“ oder „Die Medien übertreiben wieder einmal“. Dadurch wird das Ausmaß der angstmachenden Situation verkleinert und wir haben das Gefühl, diese leichter handhaben zu können. Solange diese Einstellung jemanden zu keinen unvorsichtigen Handlungen verleitet, ist alles ok. Allerdings zeigt die Praxis, dass viele dann so weiterleben, als hätte sich nichts geändert. Eine „Flucht in die Normalität“ setzt ein. Dass man damit sich selbst und andere gefährdet wird dabei meist vergessen. Das ist also ein sehr ungünstiger Abwehrmechanismus.

Selektive Wahrnehmung

Die selektive Wahrnehmung ist eine weitere Möglichkeit, um sich vor Bedrohungen zu schützen. Diese Strategie kann nützlich sein, denn es gelingt damit, bewusst einige Aspekte der Gefahr auszublenden. Das ist besonders im Umgang mit Information wichtig. Du solltest nicht wahllos Informationen aufnehmen, sondern gezielt. Und am besten vertraust Du nur seriösen Quellen. Also hat diese „gezielte Verdrängung“ sehr viele positive Aspekte.

Wenn Du die Corona-Bedrohung allerdings insgesamt verdrängen würdest, und das Ganze als einen großen Schwindel betrachtest, dann ist das ein Form von Realitätsflucht, die einfach unangemessen ist.

Akzeptanz und Abstand

Akzeptanz ist ein weiterer Aspekt, um die momentane Krise zu. bewältigen Das Corona-Virus ist da. Du kannst daran nichts ändern. Es ist auch normal, wenn Du Dich in einer solchen Situation unsicher fühlst oder Angst empfindest. Sage Dir ruhig häufiger am Tag einen Satz wie: „Die Situation ist so wie sie ist. Ich kann im Moment daran nichts ändern. Ich mache das Beste daraus!“

Humor und Gelassenheit

Auch wenn die Lage ernst ist – Humor kann auch eine Hilfe sein. Humor hilft, um Distanz zu gewinnen. Dadurch ist dann auch oftmals der Weg eröffnet, die Situation mit mehr Gelassenheit zu betrachten.

Auf Sicht fahren

Wir befinden uns im Moment in einer unübersichtlichen Situation. Zumindest in Europa hatten wir es seit langem nicht mehr mit so einer Lage zu tun. Statt hektisch etwas zu unternehmen kommt es jetzt darauf an, ruhig, besonnen und langsam vorzugehen. Agieren aber nicht überreagieren ist die Devise. Wenn Du beispielsweise ein Unternehmen leitest, ist es jetzt nicht die Zeit, hektisch alle möglichen Stellschrauben zu betätigen. Überlege Dir eine Maßnahme, von der Du meinst, dass sie zielführend ist. Setze diese um und beobachte den Effekt. Und dann entscheide, wie es weitergehen könnte.

Bleibe handlungsaktiv und wirf nicht die Flinte ins Korn.

Gespräche suchen

Suche auch bewusst das Gespräch mit anderen. Menschen sind auf Kommunikation mit anderen angewiesen. Igele Dich nicht ein – auch wenn das im Moment physisch das Gebot der Stunde ist. Gott sei Dank haben wir viele technische Möglichkeiten, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Erzähle, wie es Dir geht bzw. höre den anderen einfach zu. Das hilft in jeder schwierigen Situation. Wenn Du keinen Gesprächspartner hast, so suche Dir professionelle Unterstützung. Sich einzuigeln ist sicher nicht empfehlenswert.

Chancen erkennen

Sicher gab es Situationen in Deinem Leben, wo auch nicht alles rund gelaufen ist. Überlege, wie Du damals diese Situation bewältigt hast. Vielleicht war auch damals nicht alles optimal – aber Du hast einen Weg gefunden, damit klarzukommen.

Überlege einmal: Du hast damals die Krise gemeistert. Dein Erfahrungsschatz wurde dadurch reicher. Damit hast Du für die Zukunft etwas gelernt. Menschen entwickeln sich nämlich nicht allein durch positive Erfahrungen. Schwierigkeiten fordern Dich heraus und Du lernst etwas für Deine Zukunft.

Neues entdecken

Eine weitere Möglichkeit um gut durch die Krise zu kommen ist, sich bewusst mit Aktivitäten zu beschäftigen, die schon länger brach liegen. Vielleicht hast Du Lust, eine neue Geschäftsidee zu entwickeln? Oder es gibt vielleicht ein Hobby, das Du jetzt intensiver betreiben möchtest? Eventuell gibt Dir die momentane Situation die Gelegenheit, Dein Leben neu zu überdenken. Das Corona-Virus macht uns bewusst, dass unser Leben endlich ist. Insofern böte sich jetzt die Gelegenheit, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen. Was möchtest Du beibehalten? Was möchtest Du vielleicht ändern?

Auch wenn die momentane Krise mit großer Wucht daherkommt: die Welt wird nicht untergehen.

Wir werden uns anpassen und haben die Chance, gestärkt aus der Krise zu kommen.

Bitte teilen. Vielen Dank

Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1Mehr Infos zum Thema Stress

Hast Du das Zeug zur erfolgreichen Führungskraft?

Hast Du das Zeug zur erfolgreichen Führungskraft?

Was ist das überhaupt – Erfolg?

Was motiviert mehr, als das Gefühl Erfolg zu haben?

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben?

Was gibt es Schöneres, als seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen?

Warum erreichen wir dann so häufig unsere Ziele nicht?

Sehr oft wird behauptet, dass ein Mensch alles erreichen kann, was er nur möchte.

Ich halte das für Unsinn!

Zunächst einmal hat jeder Mensch seine individuellen Grenzen innerhalb derer er sich bewegt. Die genetische Grundausstattung lässt sich nicht verändern – nicht jeder hat das Zeug dazu z.B. ein überragender Sportler zu werden.

Natürlich kann man mit Training und Übung sehr vieles erreichen. Innerhalb der individuellen Grenzen besitzt jeder Mensch ein hohes Entwicklungspotenzial.

Selbstgesteckte Ziele

Üben und Trainieren bedeutet, an einer Sache dranzubleiben. Nicht aufgeben, sondern das Ziel konsequent zu verfolgen.

Dabei ist es jedoch entscheidend, dass Du solche Ziele verfolgst, die auch mit Dir selbst übereinstimmen.

Nur die Ziele, die aus Dir selbst kommen, die Du mit positiven Werthaltungen und Emotionen verknüpfst, wirst Du auch nachhaltig verfolgen! Selbstgesteckte Ziele sind für uns erfüllend. Sie vermitteln einen Sinn! Und wenn man einen Sinn in einer Sache sieht, ist man viel mehr bereit, seine ganzen Kräfte und seine Energie einzusetzen.

Nun ist es aber nicht immer ganz einfach herauszufinden, was man wirklich möchte. Das kennst Du bestimmt auch!

To gno authon – Erkenne Dich selbst

Orakel zu Delphi

Der Mensch ist sich selbst oftmals ein Rätsel.

So findest Du Deine persönlichen Ziele

Reflexionsbereitschaft: Selbstbestimmte Ziele zu finden setzt voraus, dass Du bereit bist, in Dich selbst hineinzuschauen. Das bedeutet aber auch, sich mit der eigenen Widersprüchlichkeit zu beschäftigen. Oder auch Aspekte von zu entdecken, die einem vielleicht noch unvertraut sind.

Weiters empfehle ich Dir:

  • Dialog – Suche Dir einen Gesprächspartner, mit dem Du ganz offen über das sprechen kannst, was Dich beschäftigt. Dein Gesprächspartner sollte Dir aufmerksam zuhören. Also Dich nicht durch Fragen „ausquetschen“ oder Dir Ratschläge erteilen. Wenn Du niemanden dafür hast, bietet sich ein Coach an.
  • Achtsamkeit – Halte mehrmals am Tag inne und komme ganz in das Hier-und-Jetzt. Werde gewahr, wo Du Dich befindest und was Du tust. Erlebe diesen Augenblick ganz intensiv. Diese Übung hilft Dir, Dich zu fokussieren. Sie bietet sich auch an, um schwierige Situationen gut zu meistern.
  • Kunst – Beschäftige Dich mit Kunst. Ausstellungen, Musik, Literatur usw. Das können Impulse sein, die Dir helfen, mehr über Dich selbst zu erfahren. Kunst hilft, Emotionen freizusetzen und helfen, über Dich selbst und Deine Werthaltungen, Deine Einstellung und Deine Wahrnehmung zu reflektieren.
  • Tagebuch – Führe ein Tagebuch. Im Laufe der Zeit schälen sich bestimmte „Lebensthemen“ heraus.
  • Natur erleben – Viele Menschen kommen zu sich selbst, indem sie nach draußen gehen und mit allen Sinnen die Natur erleben. Vielleicht ist das auch etwas für Dich? Und wenn Du das bereits machst, dann kannst Du vielleicht die Art und Weise der Naturerfahrung abändern. Also anstatt zu laufen bewusst langsam gehen oder öfter eine bewusste Pause einzulegen etc.

Das sind nur einige Ideen, wie Du Dich selbst entdecken kannst.

Gelassenheit – Temporeduktion

Der Hintergrund dieser Empfehlungen ist der, dass wir, um zu uns selbst zu kommen, die emotionale Grundhaltung der Gelassenheit benötigen. Diese Emotion lässt sich jedoch nicht einfach herstellen. Du musst bewusst Dein Tempo drosseln.

Was ist der Nutzen, wenn Du mehr zu Dir selbst findest?

Der Nutzen ist, dass Du weniger anfällig für Fremdbestimmung bist.

Erfolgreiche Menschen verfolgen selbstgewählte Ziele.

Sie sind selbstbestimmt!

Wenn Du gut im Kontakt mit Dir selbst bist, dann wirst Du auch besser unterscheiden können, ob die Ziele, die Du Dir steckst, von Dir kommen oder von außen.

Dann hast Du die Wahl!

Was hinter motivierenden Zielen steckt

Hinter Zielen stecken Bedürfnisse und Wünsche. Diese müssen uns gar nicht immer bewusst sein. Im Gegenteil ist es häufig so, dass wir weit mehr von Bedürfnissen gesteuert werden die unbewusst wirksam sind.

Unbewusste Motive entstehen in der Kindheit und entwickeln sich dann besonders stark, wenn bestimmte Bedürfnisse nicht ausreichend genug befriedigt wurden.

So entwickeln Kinder die geringe Nähe und Wärme erfahren haben, oft ein starkes Bindungsmotiv. Wer seine Eltern als relativ schwach erlebt hat, entwickelt häufig ein starkes Machtmotiv. Und wer wenig Unterstützung erlebt hat, entwickelt oft ein starkes Leistungsmotiv.

Unbewusste Motivatoren sind innere Kraftquellen, die man nutzen kann.

So wird beispielsweise jemand der ein starkes Bedürfnis nach Bindung hat, von Haus aus eine Menge an Verhaltensoptionen in diesem Bereich mitbringen. Einfach deshalb, weil er bereits in der Kindheit unterschiedliche Strategien gelernt hat, sein Bedürfnis zu stillen oder mit Frustrationen umzugehen. Diese Strategien werden in einem bildhaften Format gespeichert und können auch als Erwachsener aktiviert werden. Besonders in Situationen die neu sind.

Stimmt nun die bewusste Zielwahl mit den unbewussten Motiven überein, so ist eine gute Grundlage für den persönlichen Erfolg gelegt.

Daraus folgt, dass es kein allgemeines Ziel, das für alle Menschen gilt, gibt. Oftmals ist es ein fataler Fehler zu glauben, dass die Ziele, die man selbst für wichtig hält auch von anderen geteilt werden.

In meinen Seminaren und Coachings erlebe ich häufig, dass Führungskräfte sich sehr schwer tun, zu akzeptieren, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter andere Ziele und Prioritäten besitzen.

Die unbewussten Motivatoren aufzuspüren gelingt mit eigens dafür entwickelten Testverfahren, die ich anbiete.

Gestalter-Haltung

Selbstbestimmte Ziele in Übereinstimmung mit den unbewussten Motiven zu wählen ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Dazu muss jedoch noch die Gestalter-Haltung kommen. Wie lässt sich diese Haltung beschreiben=

Erfolgreiche Menschen nehmen eine Gestalter-Haltung ein.

Es ist allerdings eine irrige Annahme, dass Optimismus und positives Denken die eigentliche Grundlage der Gestalter-Haltung sind. [1]Siehe auch den Artikel: „Erfolgsbremse positives Denken

Positive Gefühle erleichtern das Handeln – sie führen aber nicht zur Handlung. Handlungsbereitschaft entsteht erst dann, wenn ich mir etwas Schwieriges vornehme!

Warum ist das so?

Wenn Du Dir etwas Schwieriges vornimmst, dann wird das Vorhaben in einem Teil des Gehirns gespeichert, den man Absichtsgedächtnis nennt. Erst dann – also wenn klar ist, was realisiert werden soll – ist es wichtig, positive Emotionen zu entwickeln. Diese aktivieren die verhaltenssteuernden Systeme in unserem Gehirn.

Haben es dann nicht die geborenen Optimisten leichter?

Nein!

Das liegt daran, dass die optimistische Grundhaltung dazu führen kann, sich das positive Gefühl nur ja nicht stören zu lassen. Die Beschäftigung mit Schwierigkeiten, Problemen und anspannenden Zielen trübt jedoch das Erleben von Freude. Phasen von Frustration und Problembewältigung durchzuhalten ist nicht unbedingt die Stärke der reinen Optimisten[2]Mehr Informationen zu den Gehirnprozessen findest Du hier “Die Geheimnisse Deiner Psyche – entschlüsselt!”.

Erfolgreiche Menschen können zwischen Problemorientierung und Optimismus pendeln.

Fähigkeiten erfolgreicher Führungskräfte

Eine erfolgreiche Führungskraft wird folgende Fähigkeiten besitzen:

Zielimagination

Eine lebendige Imagination des Ziels in einem bildhaften Format, das mit positiven Emotionen verknüpft ist. Dabei ist das Ziel selbstgewählt, entspricht den inneren Bedürfnissen und löst ein Verlangen aus. Die Motivation – also die Ausrichtung auf dieses Ziel – kommt nicht nur aus rein rationalen Erwägungen, sondern schließt die emotionale Komponente mit ein. Das bedeutet, dass erfolgreiche Menschen sich in den gewünschten Zielzustand hineinversetzen können und diesen auch körperlich spüren. In meinen Trainings und Coachings verwende ich Übungen zur Zielimagination in Kombination mit Meditation[3]Mehr Informationen zur Zielbildung im Beitrag Es ist dein Selbst, dem du folgen musst.

Handlungsfolgen entwickeln

Die Fähigkeit, aus dem Ziel konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Das Absichtsgedächtnis wird durch präzise Instruktionen geladen. Dabei gilt: je konkreter die Handlungsschritte erarbeitet werden, desto höher die Erfolgswahrscheinlichkeit. In dieser Phase wird das global-ganzheitliche Zielbild in konkrete Ergebnisse die es zu erreichen gilt, transformiert.

Fokus auf Schwierigkeiten – emotionale Dialektik

Ein realistischer Blick auf Schwierigkeiten und Hindernisse. Ein Ziel zu erreichen bedeutet immer auch, mit Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. Die Augen davor zu verschließen ist meistens kein guter Weg. Erfolgreiche Führungskräfte haben jedoch das Zutrauen, dass Schwierigkeiten und Hindernisse bewältigt werden können. Diese Phase des „Schwarzsehens“ kann jedoch dazu führen, in negativen Emotionen stecken zu bleiben. Erfolgreiche Menschen merken jedoch, wann es Zeit ist, wieder positive Emotionen aufzurufen. Mit einem Wort haben erfolgreiche Führungskräfte ihre Selbststeuerung so entwickelt, dass sie zwischen den beiden Zuständen „Optimismus“ und „Pessimismus“ pendeln können. Man nennt das auch die Fähigkeit zur “emotionalen Dialektik” (nach Julius Kuhl).

Mutig handeln

Einfach etwas tun. Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn Ziele, Ideen und Visionen auch umgesetzt werden. Deshalb verhindert zu langes Zögern Erfolg. Die beiden Sprüche: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ und „Der Weg entsteht beim Gehen“ haben sehr viel Wahrheit in sich. Wer immer nur bedacht ist, den „richtigen“ Schritt zu tun, übersieht, dass wir oft erst in der Rückschau sagen könne, ob ein Schritt „richtig“ war. Und wer allzu lange auf den richtigen Zeitpunkt wartet, der verpasst in Wirklichkeit Chancen, die sich daraus ergeben, dass man einfach anfängt…

Mit dieser Checkliste kannst Du überprüfen, an welchen Punkten Du noch arbeiten solltest, um auf die „Erfolgsstraße“ zu kommen. Weitere Hinweise findest Du im Beitrag über die WOOP-Methode von Oettingen.

Next Steps

Wenn Du Interesse hast Deine Ziele, Motive und Deine Grundhaltung zu reflektieren und zu verbessern, biete ich Dir ein Spezialcoaching an. Mittels eines wissenschaftlichen Testverfahrens von Julius Kuhl kannst Du Deine Persönlichkeit erforschen. Darauf aufbauend erfolgt ein individuell abgestimmtes Coaching um Deine Potenziale zu entfalten.

Interessiert?

Bitte kontaktiere mich unter: office@heisetraining.at

Was ist Deine Meinung? Wie schaffst Du es, erfolgreich zu sein? Hinterlasse dazu Deinen Kommentar!

Hier als Podcast-Episode nachhören

4 Schritte und Du hast Erfolg

von Gregor Heise | Durchstarten mit Führung

Bitte teilen. Vielen Dank

Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1Siehe auch den Artikel: „Erfolgsbremse positives Denken
2Mehr Informationen zu den Gehirnprozessen findest Du hier “Die Geheimnisse Deiner Psyche – entschlüsselt!”
3Mehr Informationen zur Zielbildung im Beitrag Es ist dein Selbst, dem du folgen musst

Mit Achtsamkeit hast Du mehr von Dir…

Mit Achtsamkeit hast Du mehr von Dir…

Achtsamkeit bringt Dich wieder auf Kurs

Keine Frage: Dein Alltag ist manchmal richtig hart.

Die Herausforderungen unserer VUCA-Welt bringen Dich oft an die Grenze der Leistungs- und Leidensfähigkeit.

Und mehr ehrlich: oft macht das alles nicht so wirklich viel Spaß; Mitarbeitergespräche, Budgetsitzungen, langatmige Meetings, Flugreisen, Zielvereinbarungsgespräche, Planungssitzungen, Emails bearbeiten, Team motivieren….

Vielleicht hast Du dann zu allem Überfluss auch öfter das Gefühl, hart zu arbeiten, aber wenig wirklich Wichtiges zu erreichen.

Das kann ganz schön deprimierend sein.

Vielleicht hast Du auch das Gefühl, dass Du die Dinge immer weniger im Griff hast. Die VUCA-Welt rollt gleichsam über Dich hinweg. So geht es Dir vielleicht wie Archimedes, der zur Erläuterung des Hebelgesetzes einmal ausrief: “Gebe mir einen festen Punkt im Universum und ich hebe die Welt aus den Angeln! Das wäre ja schön denkst Du vielleicht. Einen Fixpunkt zu haben von dem aus die Dinge nachhaltig und wirksam beeinflusst werden können[1]VUCA ist eine Abkürzung und steht für: Volatil-Unsicherheit-Complexität-Ambiguität. Lies dazu auch meinen Beitrag “Entscheidungen treffen in der VUCA-Welt.

Doch wo ist dieser Fixpunkt?

Dein Selbst ist Dein Fixpunkt

Auf den ersten Blick ist es klar, dass der Fixpunkt nicht irgendwo im Universum liegt.

Aber wo ist er dann?

Bestimmt nicht irgendwo auf einer fernen Insel. Der Fixpunkt liegt in Dir selbst – in Deiner Persönlichkeit. Diesen Fixpunkt kennst Du bestimmt, denn Du hast sicher schon das Gefühl gehabt, in Dir selbst zu ruhen. Das Gefühl ist nicht einfach zu beschreiben. Am ehesten ist es vergleichbar mit einer auf sich selbst gerichteten Aufmerksamkeit. Man kann auch sagen: einer gesammelten Ausrichtung auf sich selbst.

Wenn Du Dir dieses Gefühl einmal herholst (das kannst du gleich probieren indem Du einfach einmal innehältst und den Fokus auf Dich selbst richtest) wirst Du bemerken, dass die ganze Hektik langsam abfällt… Du beginnst Dich zu zentrieren und in Deine Mitte zu kommen. Dazu stellt sich ein Gefühl von Gelassenheit ein.

Erst dieses Gefühl erlaubt es Deinem Selbst, sich zu melden.

Gefühle von Gelassenheit und Ruhe sind die Grundlage, dass Dein Selbst wirksam werden kann.

Was hast Du nun davon, wenn das Selbst stärker wirksam werden kann?

Was Dein Selbst für Dich tut

Das Selbst ist beileibe kein mystischer Ort oder eine bloße Metapher. Das Selbst ist ein hochkomplexes psychisches System. Die wichtigste Aufgabe ist die Integration von:

  • Erfahrungen
  • Episoden
  • Gefühlen und Emotionen
  • Motiven
  • Werten
  • Einstellungen
  • ….

Dieses ausgedehnte Netzwerk nennt man auch Extensionsgedächtnis. Dieses Selbst hat ein paar ganz erstaunliche Eigenschaften. Eine Besonderheit ist die Hintergrundaufmerksamkeit. Während Du im Vordergrund mit etwas beschäftigt bist, wertet das Selbst alle hereinkommenden Informationen aus. Wenn Dein Selbstzugang gut ist, dann steuert Dir das Selbst ganz von selbst das bei, was gerade in der Situation sinnvoll ist.

Das Selbst hilft Dir aber auch dabei, das zu tun, was Dir guttut. Kommst Du “vom rechten Weg” ab, dann meldet sich das Selbst. Dann kannst Du Dich neu orientieren. Vergleichbar mit einem Kompass sorgt es für Orientierung. Dabei orientiert sich das Selbst an Deinen Motiven, Werten und allgemeinen Zielen.

Das Selbst leistet auch einen großen Beitrag dazu, mit Stress gut umzugehen. Das Selbst kann Dir Selbstberuhigung geben, indem es auf frühere Erfahrungen zurückgreift.

Auch bei der Misserfolgsbewältigung spielt das Selbst eine große Rolle. Eine negative Erfahrung kann durch das Selbst eingeordnet und als Lebenserfahrung abgespeichert werden.

Schließlich ist der Selbstzugang eine wichtige Voraussetzung, in Selbstbestimmung zu handeln. Wenn man im Stress den Selbstzugang verliert (was ab einer gewissen Dauer von Stress die Regel ist), wird man anfällig für Fremdsteuerung. Man fühlt sich getrieben und nicht mehr Herr im Haus.

Der Zugang zum Selbst ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Er ermöglicht es Dir die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wonach strebe ich? Was sind meine Ziele? Was ist meine Mission?
  • Was braucht meine Umgebung? Was brauchen andere von mir?
  • Was brauche ich?
  • Welche Handlungen sind im Hier-und-Jetzt wichtig und angemessen?

Wenn Du Dich auf diese Fragen besinnst, dann hast Du tatsächlich den Fixpunkt erreicht, der Dir hilft nicht nur gut durch den Tag zu kommen, sondern Dein Leben umfassend zu gestalten! Und zwar so, wie es Dir selbst gemäß ist!

Du merkst jedoch schon, dass die Sache mit dem Selbst eine gewisse Herausforderung beinhaltet. Das Selbst ist nämlich schwer greifbar. Es entzieht sich unserer Verfügung. Das liegt daran, dass das Selbst nur teilweise bewusst ist und auch nur in Teilen bewusst werden kann. Dieser Selbstzugang gelingt nur in Momenten der Ruhe und Gelassenheit[2]Noch mehr Informationen zum Selbst findest Du in meinem Beitrag “Es ist Dein Selbst, dem Du folgen musst.

Das Paradox ist: das Selbst kann uns Ruhe und Gelassenheit geben – wir benötigen jedoch Ruhe und Gelassenheit, um das Selbst wirksam werden zu lassen.

Achtsamkeit als Weg zum Selbst

Ein Weg, um mit dem Selbst in Kontakt zu kommen ist Achtsamkeit. Achtsamkeit ist in erster Linie eine Haltung. Im Grunde geht es bei der Achtsamkeit um die Frage, wie Du mit dem Hier-und-Jetzt mehr in Kontakt kommen kannst. Das geschieht über den Weg der Be-sinnung auf Dich selbst. Und zwar weit weniger in einer “vernünftigen” Weise, sondern “spürend”.

Was ist der Unterschied von “vernünftig” und “spürend“?

Beim vernünftigen Umgang mit sich selbst steht die Sprache im Vordergrund. Man führt vielleicht ein Selbstgespräch oder hat eine kommentierende Stimme in sich. Das ist natürlich nicht schlecht. Aber gerade in Situationen der Anspannung wird diese Stimme meist vorwurfsvoll!

Spürender Umgang mit sich selbst ist nicht-sprachlich. Die Wahrnehmung fokussiert nicht auf äußere Objekte, sondern auf den eigenen Körper. Diese Körperwahrnehmung kommt oft viel zu kurz. Dabei ist es eine wissenschaftlich gut belegte Theorie, dass Selbst-Erfahrungen nicht (nur) sprachlich abgespeichert werden, sondern auch im Körper. Unser Körper ist gewissermaßen geronnene Lebenserfahrung. Über den Körper gelingt uns weit schneller der Zugang zu uns selbst.

Und genau hier setzt die Achtsamkeit an!

Ich lade Dich ein: probiere es einmal aus und lasse Dich überraschen, was Du alles von Dir entdecken kannst.

Achtsamkeitsübungen öffnen das Selbst

Du kannst eigentlich den ganzen Tag nutzen, um mit Deinem Selbst mehr in Kontakt zu kommen. Ich mache Dir hier ein paar Vorschläge:

Achtsamkeit bei Routinen: Du führst den ganzen Tag viele routinierte Handlungsabläufe aus. Diese werden von einem Teil Deines Gehirns gesteuert, den man in der Psychologie als “intuitive Verhaltenssteuerung” bezeichnet. Wenn ein Psychologe das Wort “intuitiv” verwendet, dann meint man damit unbewusst. Tatsächlich ist ja so, dass Routinevorgänge wie: Zähneputzen, Hände waschen, Schuhe binden, Haustüre abschließen, gehen, Auto fahren etc. quasi “nebenbei” passieren.
Außer wenn etwas schiefläuft, dann nimmt man den Ablauf in den Blick. Etwa, wenn Deine Computertastatur plötzlich einen Buchstaben nicht mehr überträgt. Dann richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf das Problem und Du versuchst es zu lösen.
Wenn Du Achtsamkeit üben möchtest, dann drehe jetzt den Prozess um: Du beobachtest einmal ganz genau, was Du bei einer Routinehandlung machst. Du schaust Dir also an, wie Du Dir z.B. die Hände wäschst. Dadurch richtest Du automatisch den Fokus vom “Da-und-Dort” auf das “Hier-und-Jetzt”. Und schon hast Du Dich zentriert!

Achtsamkeit durch Körperwahrnehmung: Hier geht es darum, den Fokus auf den Körper zu legen. In also durch Achtsamkeit mehr zu be-achten. Du fokussierst Dich auf Deinen Körper indem Du Dich fragst:

  • Wie sitze ich da?
  • Wie ist der Kontakt zur Sitzfläche?
  • Wo sind meine Hände?
  • Wie ist mein Atem?
  • Was machen meine Füße

Keinesfalls solltest Du aber Deine Entdeckungen bewerten. Es geht nur um die Stärkung der Selbstwahrnehmung – nicht um Verbesserung!

Achtsames Gehen: Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus – seinen eigenen “Beat”. Du kannst das am besten entdecken, wenn Du einen längeren Spaziergang unternimmst. Lass einmal die Kopfhörer weg und konzentriere Dich rein auf Deine Geschwindigkeit. Welches Tempo tut Dir gut? Wobei fühlst Du Dich wohl? Dann versuche wahrzunehmen, wie Du gehst. Und schließlich kannst Du noch das Tempo ändern – dabei empfehle ich Dir, einmal ganz langsam zu gehen. Du schärfst die Sinne beim Gehen!

Achtsamkeit auf die Gedanken: Dem griechischen Stoiker Epiktet wird der Satz zugeschrieben: “Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellung von den Dingen.” Das Ideal der Stoa war der Gleichmut der Welt gegenüber. Sozusagen einen permanenten Beobachterstatus zu erreichen. Auch wenn Du nicht nach diesem Ideal strebst: tatsächlich ist es so, dass Gedanken die ständig in Deinem Kopf herumschwirren Dich von Dir und Deinem Selbst mehr und mehr entfremden können. Nun kannst Du Gedanken nicht einfach abstellen. Das merkst Du vielleicht dann, wenn Du Sorgen hast, die Dich beschäftigen und Dich z.B. daran hindern, schlafen zu können.
Mit etwas Übung kannst Du es aber erreichen, dass Du den Gedanken mit mehr Abstand begegnen kannst. Dazu hilft die Vorstellung, sich Gedanken wie Wolken oder Autos auf einer Straße vorzustellen, die einfach vorüberziehen. Du lässt sie los und beobachtest ihr vorüberziehen.

Meditation: Damit sind wir schon bei der Meditation angelangt. Im Prinzip besteht Meditation aus folgenden Elementen:

  • entsprechende Körperhaltung (gerade sitzen)
  • ruhiges Ein- und Ausatmen
  • In-sich-Hineinhören
  • Gedanken ziehen lassen
  • Loslassen

Ganz wichtig:

  1. Meditation machst Du auf Deine Weise – es gibt kein “richtig” oder “falsch”
  2. Meditieren ist Übungssache. Der Geist muss es erst lernen, sich zu sammeln. Es wird Dir im Laufe der Zeit immer leichter fallen.
  3. Meditation ist klein Leistungssport. Es gibt nichts zu erreichen – aber viel zu gewinnen.

Probiere doch einmal ein paar der Achtsamkeitsübungen aus.

Schreibe Deine Erfahrungen in die Kommentare!

Teile mit anderen Deine besten Achtsamkeitsübungen – so können alle profitieren….

Du möchtest Dein Selbst und Deine Fähigkeiten näher erforschen? Dann lade ich Dich ein, einen kurzen psychologischen Test zu machen, der Dir sehr viee Ansatzpunkte zur Verbesserung Deiner Selbstwirksamkeit liefern kann. Hier klicken und dann gibt es alle nötigen Informationen.

Bitte teilen. Vielen Dank

Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1VUCA ist eine Abkürzung und steht für: Volatil-Unsicherheit-Complexität-Ambiguität. Lies dazu auch meinen Beitrag “Entscheidungen treffen in der VUCA-Welt
2Noch mehr Informationen zum Selbst findest Du in meinem Beitrag “Es ist Dein Selbst, dem Du folgen musst

Entscheidungen treffen in der VUCA-Welt

Entscheidungen treffen in der VUCA-Welt

Entscheidungen und Führung gehören zusammen

Klaus ist Leiter eines kleinen Unternehmens, das eine innovative App entwickelt hat. Das Team arbeitet ausgezeichnet zusammen. Mehrere Interessenten haben sich schon gemeldet, um das kleine Unternehmen zu kaufen. Die angebotene Summe ist für Klaus sehr verlockend – aber er wäre dann auf einen Schlag sein Unternehmen los. Soll Klaus sein Unternehmen, auf das er so stolz ist, aufgeben? Und was wird sein Team dazu sagen? Die wären mit einem Schlag ihre Arbeitsplätze los….

Manuela ist eine der Vorstandsdirektorinnen in einem Logistikunternehmen. Die Konkurrenz ist hart – besonders durch ausländische Dienstleister, die den Wettbewerb verschärfen. Nun steht sie vor der Frage, ob das Unternehmen vermehrt in die Entwicklung von All-In-One-Lösungen investieren soll. Dazu müssten erhebliche Geldmittel investiert werden, um Lösungen zu entwickeln. Im letzten Strategiemeeting wurden die Chancen als durchwachsen eingestuft, da man die weitere Entwicklung auf dem Logistiksektor schwer abschätzen kann. Wie soll sie sich entscheiden?

Diese und viele ähnliche Fälle zeigen einen wichtigen Aspekt von Führung: Entscheidungen treffen.

Entscheidungen als Grundphänomen des Mensch-Seins

Entscheidungen zu treffen ist jedoch nicht nur eine Domäne von Führungskräften. Tatsächlich ist unsere ganze menschliche Existenz auf Entscheidungen gegründet. Das liegt daran, dass wir als Menschen prinzipiell “in die Freiheit gestellt” sind, wie dies Martin Heidegger ausdrückt[1]Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1979 (1927).. Zwar ist nicht all unser Handeln immer und in jedem Augenblick frei – jedoch zeigt sich unsere Freiheit gerade dann, wenn wir vor Entscheidungen gestellt sind.

Soll ich diese oder jene Berufsausbildung machen?

Ist es für mich sinnvoll, ein Haus im Grünen zu erwerben?

Ist es wichtiger, einen Abend mit der Familie zu verbringen oder soll ich besser an meinem Projekt arbeiten?

Diese Fragen mögen alle recht banal sein – sie können jedoch erhebliche Konsequenzen haben: für mich persönlich und für andere. Gerade die Frage der Konsequenzen einer Entscheidung machen ja Entscheidungen oftmals schwer.

Entscheidungsfalle: “richtige” Entscheidungen finden

Was geschieht eigentlich genau bei Entscheidungen?

Gehe einmal in Gedanken in eine Entscheidungssituation. Wenn du versuchst zu beschreiben, wie der Prozess der Entscheidung abläuft, wirst du bemerken, dass du bei vielen Entscheidungen zunächst einmal in Gedanken die Zukunft vorweg nimmst. Martin Heidegger drückt die so aus, dass wir als Menschen auf Zukunft bezogen sind und in diese Zukunft gewissermaßen “vorlaufen”. In diesem gedanklichen Vorlaufen werden Möglichkeiten des Sein-Könnens erschlossen und dann gewählt.

Indem man als Mensch diese Wahl trifft, entscheidet man sich für eine mögliche Zukunft. Erst indem man diese Zukunft dann lebt, stellt sich heraus, ob die Wahl die “richtige” war.

Wir würden als Menschen natürlich allzu gerne wissen, was nach dieser Entscheidung kommt. Wir suchen nach einer Gewissheit für unsere Entscheidung, die wir eigentlich nur finden können, indem wir die Zukunft wagen.

Wenn wir Entscheidungsprozesse von der psychologischen Seite her betrachten, dann zeigt es sich, dass sich Menschen sehr darin unterscheiden, wie “wagemutig” sie sind.

Management-Entscheidungen der “alten Schule”

Die oben angedeuteten Grundprozesse finden sich auch in Entscheidungssituationen wieder, die wir in der Führung antreffen. Entscheidungen im Management werden vielfach (noch) von Menschen getroffen. Und wie Entscheidungen dann getroffen werden ist eng mit der eigenen Persönlichkeit verknüpft.

Nehmen wir einmal eine Führungskraft, die eher risikoscheu ist. Was zeichnet diese Herangehensweise an Entscheidungsprobleme aus?

  • Lange Problemanalyse
  • Einbeziehen möglichst vieler Meinungen
  • Suche nach ähnlichen Situationen in der Vergangenheit
  • Denken in Szenarios
  • Vermeiden von Fehlern
  • Suche nach der richtigen Entscheidung

Ein großer Vorteil dieser Methode ist die Tiefe der Analyse. Viele Aspekte und Gesichtspunkte der Situation kommen auf den Tisch. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und die Entscheidung letztlich gar nicht getroffen wird. Oder die Möglichkeiten sind so zahlreich, dass man dann in einen richtigen Lähmungszustand verfällt, der durch die Entscheidung für “irgendetwas” beendet wird.

Der Grund dafür ist, dass diese Methode stark mit der analytischen Gehirnhälfte arbeitet. Dieser Teil unseres Gehirns arbeite sequentiell und hat nur ausschnitthaften Zugang zu Erfahrungen. Zusammenhänge und komplexe Vernetzungen werden nicht erkannt. Im Extremfall wird das Problem zwar analysiert, aber gar nicht in der Tiefe durchdrungen. Viele Führungskräfte die so vorgehen merken das auch und haben das Gefühl, noch nicht alles “richtig verstanden” zu haben.

Daraus kann aber ein fataler Teufelskreis entstehen: wer meint, noch nicht alles “richtig” verstanden hat versucht vielleicht, das Problem noch tiefer zu durchdringen. Die linke Gehirnhälfte arbeitet quasi auf Hochtouren – kann jedoch das Gewünschte nicht liefern.

Überfordert in der VUCA-Welt

Der Begriff VUCA ist ein Akronym für die Begriffe[2]vgl.”Was bedeutet VUCA” von Melanie Vogel;

  • VOLATILITÄT (Volatility) – Veränderungen treten heute in einer ungewohnten Heftigkeit und Dynamik auf. Veränderungen geschehen plötzlich und sind oftmals radikal.
  • UNSICHERHEIT (Uncertainty) – Veränderungen und die Auswirkungen sind kaum berechenbar. Man fühlt sich überrumpelt. Weil die Prozesse oft schwer zu verstehen sind, wächst das Gefühl der Unsicherheit.
  • KOMPLEXITÄT (Complexity) – Es gibt immer weniger einfache Systeme. Globaler Handel, Industrie, Geldpolitik usw. sind vielfältig ineinander verflochten. Einzelne Entscheidungen können ungeahnte Wirkungen entfalten. Auch das individuelle Leben wird mehr und mehr Teil eines komplexen Gesamtzusammenhangs.
  • AMBIGUITÄT (Ambiguity) – Es gibt keine einfachen Ursache-Wirkungszusammenhänge mehr. Die Realität erscheint verwirrend, schwer zu durchschauen, oftmals mehrdeutig und unverständlich. Missdeutungen und Fehlinterpretationen nehmen zu.

Diese Begriffe[3]siehe auch WIKIPEDIA: Vuca verdeutlichen aus meiner Sicht sehr klar, warum ein Zugang mit dem analytischen Denken allein nicht ausreichend sein kann, um Entscheidungen zu treffen. Komplexe Systeme lassen sich nur zu einem sehr geringen Teil analysieren.

VUCA

Aspekte der VUCA-Welt

Aber was dann? Müssen wir vor der Komplexität resignieren? Ist es dann gar nicht möglich, zu Entscheidungen zu kommen, weil ein Manager das Ganze sowieso nicht durchblickt?

Entscheidungen mit gefühltem Wissen

Wir wollen nicht gleich das Kind mit dem Bad ausschütten. In der westlichen Welt haben wir uns vielleicht in den letzten Jahrhunderten zu sehr auf das rationale, analytische Wissen verlassen. Es geht uns offenbar wie dem Schüler in Goethes Faust, der voll stolz verkündet: “wie wir’s dann zuletzt so herrlich weit gebracht.” Zwar haben wir es “bis an die Sterne weit” gebracht, aber das analytische, rationale Wissen ist nur eine Komponente. Es taugt nicht recht, um Komplexität zu verstehen.

Damit das gelänge, müsste der analytische Verstand in der Lage sein, mehrere Aspekte gleichzeitig auf dem Schirm zu haben und eine Vielzahl an Informationen simultan zu verrechnen. Dazu wird jedoch ein anderes System gebraucht – das Selbst.

Fähigkeiten des Selbst-Systems

Kurz zusammengefasst hat das Selbst (oder Extensionsgedächtnis) folgende Fähigkeiten und Eigenschaften[4]vgl. Julius Kuhl; Motivation und Persönlichkeit, Hogrefe, 2001.:

  • Das Selbst ist ein ausgedehntes Netzwerk – vergleichbar mit einer riesigen Bibliothek oder einem Museum (Wissenslandkarte).
  • Erfahrungen, Emotionen, Werthaltungen, Motive… sind im Selbst auf eine einzigartige Weise organisiert.  Das ist im wesentlichen das, was unsere Persönlichkeit ausmacht.
  • Alles das, was wir täglich erleben und für uns wichtig ist, wird im Selbst gespeichert, mit früheren Episoden verknüpft und Bestandteil unserer Persönlichkeit (episodisches Gedächtnis).
  • Als Netzwerk ist das Selbst in der Lage, auch mit unvollständiger Information zurecht zu kommen.
  • Das Selbst arbeitet ganzheitlich und stellt uns gefühltes Wissen zur Verfügung.
  • Das Selbst arbeitet am besten in entspannter, gelassener Stimmungslage. Zwar kann das Selbst Stress bis zu einem gewissen Grad gut regulieren – ab einer bestimmten Menge an Stress verliert das Selbst jedoch diese Fähigkeit. Man hat das Gefühl, nicht mehr recht “bei sich” zu sein.
  • Das Extensionsgedächtnis kann mehrere Informationen gleichzeitig (parallel) verarbeiten. Gerade in komplexen Situationen benötigen wir das Selbst, um bestmögliche Entscheidungen zu treffen.
  • Das Selbst hat eine Hintergrundaufmerksamkeit und spielt uns nützliches Wissen dann ein, wenn es gerade gebraucht wird.

Konsequenz

Aus allen diesen Funktionsmerkmalen zeigt sich, dass das Selbst als einziges psychisches System in der Lage ist, die momentane Situation mit dem eigenen Wissen, Erfahrungen, Werten, Motiven und Emotionen in Einklang zu bringen. Das Ergebnis dieses Abgleichs ist jedoch mehr ein gefühltes Wissen, eine Ahnung oder das sprichwörtliche “Bauchgefühl[5]Gerd Gigerenzer; Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition, Goldmann, 2008.”.

Auf diese innere Stimme – die meist recht leise spricht – zu hören, kann gerade in Entscheidungssituationen von Vorteil sein. Der analytische Verstand besitzt diese Integrationsleistung nicht – er soll sie auch nicht haben, denn seine Stärken liegen in der konsequenten Verfolgung eines einmal gefassten Entschlusses. Insofern ist es für Entscheidungsprozesse unabdingbar, dass Verstand und Selbst gut zusammenarbeiten. Nur so kann man die Komplexität hinreichend meistern [6]Mehr Hintergrundinformationen gibt es hier: “Die Geheimnisse deiner Psyche entschlüsselt!.

Hilfe für Klaus und Manuela

Wie können wir den beiden oben beschriebenen Führungskräften bei ihrer Entscheidung helfen? Wie können sie eine “gute Entscheidung” treffen?

Die Antwort ist einfach: das Selbst nutzen!

Hierzu gibt es 5 Wege, die ich auch mit Klienten im Coaching beschreite:

  1. Entschleunigung und Druck rausnehmen.  Kein Zeitdruck und sich beruhigen. Nur dann kommt man zu sich Selbst.
  2. Perspektive und Standort wechseln. Das Problem aus unterschiedlichen Blickwinkeln anschauen.
  3. Optionen erweitern. Hier gilt der Satz von Julius Kuhl: “Ab 3 beginnt die Unendlichkeit”. Solange man noch in der Entweder-Oder-Logik steckt, hat man noch nicht alle Möglichkeiten entdeckt. Andere Menschen einzuladen sich an der Suche nach Optionen zu beteiligen kann eine Hilfe sein. Aber auch Anregungen aus der Kunst können Wege zum Selbst öffnen (hör dir dazu auch die Podcastepisode 21 an, in der Monika Herbstrith-Lappe unter dem Stichwort “Werde der Regisseur deines Erfolgs” über Verbindungen von Theaterkunst mit Führungskunst spricht.
  4. Die Wertigkeit der Optionen erfühlen. Hier geht es darum, mit dem Körper zu erleben, wie sich die Optionen anfühlen.
  5. Der gefühlten Entscheidung vertrauen und dann umsetzen.

Entscheidungen aus dem gefühlten Selbst getroffen zu haben ist eine Erfahrung, die das eigene Leben ungemein bereichern kann. Wir sollten daher “Entscheidungsprobleme” als willkommene Gelegenheiten zu persönlichem Selbst-Wachstum verstehen – so verzwickt sie auch im ersten Moment sein können.

Denn das Selbst ist unser weiser Ratgeber – und wer auf diese Stimme hört, bekommt den guten Rat zum Nulltarif!

Liebe Leserin/lieber Leser jetzt interessiert mich deine Meinung:

  • Wie gehst du vor, wenn du schwierige Entscheidungen zu treffen hast?
  • Wie sind deine Erfahrungen mit dem Bauchgefühl?

Ich freue mich, wenn du gleich jetzt einen Kommentar verfasst!

Hier als Podcast-Episode nachhören

Wie du als Führungskraft gute Entscheidungen triffst

von Gregor Heise | Durchstarten mit Führung

Interview mit Dr. Artinger zum Thema "Entscheidungen"

von Gregor Heise | Durchstarten mit Führung

Bitte teilen. Vielen Dank

Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1979 (1927).
2vgl.”Was bedeutet VUCA” von Melanie Vogel
3siehe auch WIKIPEDIA: Vuca
4vgl. Julius Kuhl; Motivation und Persönlichkeit, Hogrefe, 2001.
5Gerd Gigerenzer; Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition, Goldmann, 2008.
6Mehr Hintergrundinformationen gibt es hier: “Die Geheimnisse deiner Psyche entschlüsselt!

Führungserfolg durch Selbstführung

Führungserfolg durch Selbstführung

Wie macht Selbstführung erfolgreich?

Die Frage, was eine erfolgreiche Führungskraft ausmacht bzw. was eine gute Führungskraft ist, wird immer wieder gestellt.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Führungserfolg ist die Selbstführung. Vielleicht stimmt der Satz von Peter Drucker, dass eine Führungskraft im Grunde nur eine Person führen muss: sich selbst.   (mehr …)

Bitte teilen. Vielen Dank

School’s out – und was dann?

School’s out – und was dann?

Den optimalen Ausbildungsberuf finden

Gastartikel von Julia Kuhn

Die Schule ist gerade beendet und der passende Ausbildungsberuf muss gefunden werden. Dies ist gar nicht zu einfach, denn es gibt eine kaum überblickbare Menge an Möglichkeiten, seien es Handwerksberufe oder verschiedene Ausbildungsberufe im Büro.

Eigene Interessen und Kompetenzen erkennen

Die Webseite http://www.biknetz.de rät dazu, zuerst einmal herauszufinden, was einen selber überhaupt interessiert und was man gut kann. Dazu zählen auch Aspekte wie etwa, ob man gerne Kontakt mit Menschen hat, lieber im Büro sitzt oder viel draußen tätig und in Bewegung sein möchte. Die persönlichen Fähigkeiten sollten dabei realistisch eingeschätzt werden. Nach dieser Selbsteinschätzung kann im Internet anhand von Selbsttests raus gefunden werden, welche Berufe zu diesen Interessen und Kompetenzen passen.

(mehr …)

Bitte teilen. Vielen Dank

Hast du es satt, Konflikte passiv zu erdulden?

10 Wege Konflikte zu lösen

Kennst du auch?

Wieder so ein Tag, wo alles schief läuft… Obwohl du dich tagtäglich um ein gutes Betriebsklima bemühst, scheint alles nichts zu nützen. Es herrscht Stress, es gibt Reibereien, Missverständnisse. Und zu schlechter Letzt gibt es auch noch Fehler, die Kunden werden nicht optimal bedient und die Performance leidet.

Konflikte stehen im Raum!

Wenn du erfahren möchtest, was du gegen Konflikte konkret unternehmen kannst, lies einfach weiter…

(mehr …)

Bitte teilen. Vielen Dank

Führen durch Rollenklarheit

Führen durch Rollenklarheit

Bin ich eine gute Führungskraft?

Wenn Du neu die Position einer Führungskraft übernommen hast, ist es nur natürlich dass du dich fragst ob dein Plan, dein Konzept bzw. deine Vorstellungen von Führung auch die richtigen sind. Damit zeigst du bereits, dass du Führen als etwas verstehst, das mit großer Verantwortung verbunden ist. Du hast beispielsweise Verantwortung für die Unternehmensziele, für die Mitarbeiter, für das Klima im Unternehmen, für den Umgang mit den Kunden etc. Unser Blogartikel will auf einige Basisfähigkeiten einer Führungskraft eingehen.

(mehr …)

Bitte teilen. Vielen Dank
I