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Corona – Was Du gegen die Angst tun kannst

Corona – Was Du gegen die Angst tun kannst

So kommst Du aus dem Angstmodus

Keine Frage: die augenblickliche Lage ist dramatisch. Die Corona-Virus-Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Schulen wurden geschlossen, Mitarbeiter*innen ins Homeoffice geschickt, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Viele Unternehmen – besonderes die Klein- und Mittelbetriebe – stehen vor der Frage, wie sie das alles schaffen sollen. Die wirtschaftliche Existenz ist bedroht.

Für jeden Einzelnen nimmt die Unsicherheit zu. Denn anders als bei vielen anderen Herausforderungen, die auf einen im Laufe des Lebens zukommen, ist bei der Corona-Virus- Pandemie ein Ende nicht seriös abschätzbar.

Es kann also noch eine ganze Weile dauern.

Wir erfahren jetzt auf eine sehr radikale Weise wie schnell es gehen kann von einer sicher geglaubten Existenz in eine große Verunsicherung zu kommen.

Begreiflicherweise macht uns das Angst.

Der positive Aspekt der Angst

Angst ist für den Menschen nichts Ungewöhnliches. Wir erleben immer dann Angst, wenn wir in eine Situation geraten, in der wir eine Bedrohung unserer körperlichen oder psychischen Unversehrtheit erwarten. Diese Situation erzeugt Stress[1]Mehr Infos zum Thema Stress . Der Stress bereitet uns dabei darauf vor, entweder die Bedrohung anzugreifen oder vor dieser zu flüchten. Wenn dies nicht möglich ist, gibt es noch die dritte Variante: sich totstellen. Du siehst also, dass Angst eine wichtige Funktion hat Situationen zu bewerten und schützende Maßnahmen einzuleiten.

Die Sachlage ist bei der aktuellen Corona-Virusbedrohung verschärft, denn wir können den Gegner nicht direkt wahrnehmen. Flüchten geht auch nicht, da ja CoVid19 in der ganzen Welt grassiert.

Es ist völlig normal, dass in dieser Situation massive Unsicherheitsgefühle auftreten. Allerdings ist die menschliche Psyche solchen Situationen nicht schutzlos ausgeliefert. Jeder Mensch verfügt über ein Repertoire an sogenannten Abwehrmechanismen, die helfen, mit der Unsicherheit umzugehen. Für die gegebene Situation der Corona-Virus-Pandemie gibt es günstige und weniger günstige Abwehrmechanismen.

Abwehrmechanismen und Bewältigungstrategien

Verharmlosung

Wenn eine Situation als bedrohlich erlebt wird greifen viele Menschen zu dem Mittel: „Wird schon nicht so schlimm werden“ oder „Die Medien übertreiben wieder einmal“. Dadurch wird das Ausmaß der angstmachenden Situation verkleinert und wir haben das Gefühl, diese leichter handhaben zu können. Solange diese Einstellung jemanden zu keinen unvorsichtigen Handlungen verleitet, ist alles ok. Allerdings zeigt die Praxis, dass viele dann so weiterleben, als hätte sich nichts geändert. Eine „Flucht in die Normalität“ setzt ein. Dass man damit sich selbst und andere gefährdet wird dabei meist vergessen. Das ist also ein sehr ungünstiger Abwehrmechanismus.

Selektive Wahrnehmung

Die selektive Wahrnehmung ist eine weitere Möglichkeit, um sich vor Bedrohungen zu schützen. Diese Strategie kann nützlich sein, denn es gelingt damit, bewusst einige Aspekte der Gefahr auszublenden. Das ist besonders im Umgang mit Information wichtig. Du solltest nicht wahllos Informationen aufnehmen, sondern gezielt. Und am besten vertraust Du nur seriösen Quellen. Also hat diese „gezielte Verdrängung“ sehr viele positive Aspekte.

Wenn Du die Corona-Bedrohung allerdings insgesamt verdrängen würdest, und das Ganze als einen großen Schwindel betrachtest, dann ist das ein Form von Realitätsflucht, die einfach unangemessen ist.

Akzeptanz und Abstand

Akzeptanz ist ein weiterer Aspekt, um die momentane Krise zu. bewältigen Das Corona-Virus ist da. Du kannst daran nichts ändern. Es ist auch normal, wenn Du Dich in einer solchen Situation unsicher fühlst oder Angst empfindest. Sage Dir ruhig häufiger am Tag einen Satz wie: „Die Situation ist so wie sie ist. Ich kann im Moment daran nichts ändern. Ich mache das Beste daraus!“

Humor und Gelassenheit

Auch wenn die Lage ernst ist – Humor kann auch eine Hilfe sein. Humor hilft, um Distanz zu gewinnen. Dadurch ist dann auch oftmals der Weg eröffnet, die Situation mit mehr Gelassenheit zu betrachten.

Auf Sicht fahren

Wir befinden uns im Moment in einer unübersichtlichen Situation. Zumindest in Europa hatten wir es seit langem nicht mehr mit so einer Lage zu tun. Statt hektisch etwas zu unternehmen kommt es jetzt darauf an, ruhig, besonnen und langsam vorzugehen. Agieren aber nicht überreagieren ist die Devise. Wenn Du beispielsweise ein Unternehmen leitest, ist es jetzt nicht die Zeit, hektisch alle möglichen Stellschrauben zu betätigen. Überlege Dir eine Maßnahme, von der Du meinst, dass sie zielführend ist. Setze diese um und beobachte den Effekt. Und dann entscheide, wie es weitergehen könnte.

Bleibe handlungsaktiv und wirf nicht die Flinte ins Korn.

Gespräche suchen

Suche auch bewusst das Gespräch mit anderen. Menschen sind auf Kommunikation mit anderen angewiesen. Igele Dich nicht ein – auch wenn das im Moment physisch das Gebot der Stunde ist. Gott sei Dank haben wir viele technische Möglichkeiten, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Erzähle, wie es Dir geht bzw. höre den anderen einfach zu. Das hilft in jeder schwierigen Situation. Wenn Du keinen Gesprächspartner hast, so suche Dir professionelle Unterstützung. Sich einzuigeln ist sicher nicht empfehlenswert.

Chancen erkennen

Sicher gab es Situationen in Deinem Leben, wo auch nicht alles rund gelaufen ist. Überlege, wie Du damals diese Situation bewältigt hast. Vielleicht war auch damals nicht alles optimal – aber Du hast einen Weg gefunden, damit klarzukommen.

Überlege einmal: Du hast damals die Krise gemeistert. Dein Erfahrungsschatz wurde dadurch reicher. Damit hast Du für die Zukunft etwas gelernt. Menschen entwickeln sich nämlich nicht allein durch positive Erfahrungen. Schwierigkeiten fordern Dich heraus und Du lernst etwas für Deine Zukunft.

Neues entdecken

Eine weitere Möglichkeit um gut durch die Krise zu kommen ist, sich bewusst mit Aktivitäten zu beschäftigen, die schon länger brach liegen. Vielleicht hast Du Lust, eine neue Geschäftsidee zu entwickeln? Oder es gibt vielleicht ein Hobby, das Du jetzt intensiver betreiben möchtest? Eventuell gibt Dir die momentane Situation die Gelegenheit, Dein Leben neu zu überdenken. Das Corona-Virus macht uns bewusst, dass unser Leben endlich ist. Insofern böte sich jetzt die Gelegenheit, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen. Was möchtest Du beibehalten? Was möchtest Du vielleicht ändern?

Auch wenn die momentane Krise mit großer Wucht daherkommt: die Welt wird nicht untergehen.

Wir werden uns anpassen und haben die Chance, gestärkt aus der Krise zu kommen.

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Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1Mehr Infos zum Thema Stress

Hast Du das Zeug zur erfolgreichen Führungskraft?

Hast Du das Zeug zur erfolgreichen Führungskraft?

Was ist das überhaupt – Erfolg?

Was motiviert mehr, als das Gefühl Erfolg zu haben?

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben?

Was gibt es Schöneres, als seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen?

Warum erreichen wir dann so häufig unsere Ziele nicht?

Sehr oft wird behauptet, dass ein Mensch alles erreichen kann, was er nur möchte.

Ich halte das für Unsinn!

Zunächst einmal hat jeder Mensch seine individuellen Grenzen innerhalb derer er sich bewegt. Die genetische Grundausstattung lässt sich nicht verändern – nicht jeder hat das Zeug dazu z.B. ein überragender Sportler zu werden.

Natürlich kann man mit Training und Übung sehr vieles erreichen. Innerhalb der individuellen Grenzen besitzt jeder Mensch ein hohes Entwicklungspotenzial.

Selbstgesteckte Ziele

Üben und Trainieren bedeutet, an einer Sache dranzubleiben. Nicht aufgeben, sondern das Ziel konsequent zu verfolgen.

Dabei ist es jedoch entscheidend, dass Du solche Ziele verfolgst, die auch mit Dir selbst übereinstimmen.

Nur die Ziele, die aus Dir selbst kommen, die Du mit positiven Werthaltungen und Emotionen verknüpfst, wirst Du auch nachhaltig verfolgen! Selbstgesteckte Ziele sind für uns erfüllend. Sie vermitteln einen Sinn! Und wenn man einen Sinn in einer Sache sieht, ist man viel mehr bereit, seine ganzen Kräfte und seine Energie einzusetzen.

Nun ist es aber nicht immer ganz einfach herauszufinden, was man wirklich möchte. Das kennst Du bestimmt auch!

To gno authon – Erkenne Dich selbst

Orakel zu Delphi

Der Mensch ist sich selbst oftmals ein Rätsel.

So findest Du Deine persönlichen Ziele

Reflexionsbereitschaft: Selbstbestimmte Ziele zu finden setzt voraus, dass Du bereit bist, in Dich selbst hineinzuschauen. Das bedeutet aber auch, sich mit der eigenen Widersprüchlichkeit zu beschäftigen. Oder auch Aspekte von zu entdecken, die einem vielleicht noch unvertraut sind.

Weiters empfehle ich Dir:

  • Dialog – Suche Dir einen Gesprächspartner, mit dem Du ganz offen über das sprechen kannst, was Dich beschäftigt. Dein Gesprächspartner sollte Dir aufmerksam zuhören. Also Dich nicht durch Fragen „ausquetschen“ oder Dir Ratschläge erteilen. Wenn Du niemanden dafür hast, bietet sich ein Coach an.
  • Achtsamkeit – Halte mehrmals am Tag inne und komme ganz in das Hier-und-Jetzt. Werde gewahr, wo Du Dich befindest und was Du tust. Erlebe diesen Augenblick ganz intensiv. Diese Übung hilft Dir, Dich zu fokussieren. Sie bietet sich auch an, um schwierige Situationen gut zu meistern.
  • Kunst – Beschäftige Dich mit Kunst. Ausstellungen, Musik, Literatur usw. Das können Impulse sein, die Dir helfen, mehr über Dich selbst zu erfahren. Kunst hilft, Emotionen freizusetzen und helfen, über Dich selbst und Deine Werthaltungen, Deine Einstellung und Deine Wahrnehmung zu reflektieren.
  • Tagebuch – Führe ein Tagebuch. Im Laufe der Zeit schälen sich bestimmte „Lebensthemen“ heraus.
  • Natur erleben – Viele Menschen kommen zu sich selbst, indem sie nach draußen gehen und mit allen Sinnen die Natur erleben. Vielleicht ist das auch etwas für Dich? Und wenn Du das bereits machst, dann kannst Du vielleicht die Art und Weise der Naturerfahrung abändern. Also anstatt zu laufen bewusst langsam gehen oder öfter eine bewusste Pause einzulegen etc.

Das sind nur einige Ideen, wie Du Dich selbst entdecken kannst.

Gelassenheit – Temporeduktion

Der Hintergrund dieser Empfehlungen ist der, dass wir, um zu uns selbst zu kommen, die emotionale Grundhaltung der Gelassenheit benötigen. Diese Emotion lässt sich jedoch nicht einfach herstellen. Du musst bewusst Dein Tempo drosseln.

Was ist der Nutzen, wenn Du mehr zu Dir selbst findest?

Der Nutzen ist, dass Du weniger anfällig für Fremdbestimmung bist.

Erfolgreiche Menschen verfolgen selbstgewählte Ziele.

Sie sind selbstbestimmt!

Wenn Du gut im Kontakt mit Dir selbst bist, dann wirst Du auch besser unterscheiden können, ob die Ziele, die Du Dir steckst, von Dir kommen oder von außen.

Dann hast Du die Wahl!

Was hinter motivierenden Zielen steckt

Hinter Zielen stecken Bedürfnisse und Wünsche. Diese müssen uns gar nicht immer bewusst sein. Im Gegenteil ist es häufig so, dass wir weit mehr von Bedürfnissen gesteuert werden die unbewusst wirksam sind.

Unbewusste Motive entstehen in der Kindheit und entwickeln sich dann besonders stark, wenn bestimmte Bedürfnisse nicht ausreichend genug befriedigt wurden.

So entwickeln Kinder die geringe Nähe und Wärme erfahren haben, oft ein starkes Bindungsmotiv. Wer seine Eltern als relativ schwach erlebt hat, entwickelt häufig ein starkes Machtmotiv. Und wer wenig Unterstützung erlebt hat, entwickelt oft ein starkes Leistungsmotiv.

Unbewusste Motivatoren sind innere Kraftquellen, die man nutzen kann.

So wird beispielsweise jemand der ein starkes Bedürfnis nach Bindung hat, von Haus aus eine Menge an Verhaltensoptionen in diesem Bereich mitbringen. Einfach deshalb, weil er bereits in der Kindheit unterschiedliche Strategien gelernt hat, sein Bedürfnis zu stillen oder mit Frustrationen umzugehen. Diese Strategien werden in einem bildhaften Format gespeichert und können auch als Erwachsener aktiviert werden. Besonders in Situationen die neu sind.

Stimmt nun die bewusste Zielwahl mit den unbewussten Motiven überein, so ist eine gute Grundlage für den persönlichen Erfolg gelegt.

Daraus folgt, dass es kein allgemeines Ziel, das für alle Menschen gilt, gibt. Oftmals ist es ein fataler Fehler zu glauben, dass die Ziele, die man selbst für wichtig hält auch von anderen geteilt werden.

In meinen Seminaren und Coachings erlebe ich häufig, dass Führungskräfte sich sehr schwer tun, zu akzeptieren, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter andere Ziele und Prioritäten besitzen.

Die unbewussten Motivatoren aufzuspüren gelingt mit eigens dafür entwickelten Testverfahren, die ich anbiete.

Gestalter-Haltung

Selbstbestimmte Ziele in Übereinstimmung mit den unbewussten Motiven zu wählen ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Dazu muss jedoch noch die Gestalter-Haltung kommen. Wie lässt sich diese Haltung beschreiben=

Erfolgreiche Menschen nehmen eine Gestalter-Haltung ein.

Es ist allerdings eine irrige Annahme, dass Optimismus und positives Denken die eigentliche Grundlage der Gestalter-Haltung sind. [1]Siehe auch den Artikel: „Erfolgsbremse positives Denken

Positive Gefühle erleichtern das Handeln – sie führen aber nicht zur Handlung. Handlungsbereitschaft entsteht erst dann, wenn ich mir etwas Schwieriges vornehme!

Warum ist das so?

Wenn Du Dir etwas Schwieriges vornimmst, dann wird das Vorhaben in einem Teil des Gehirns gespeichert, den man Absichtsgedächtnis nennt. Erst dann – also wenn klar ist, was realisiert werden soll – ist es wichtig, positive Emotionen zu entwickeln. Diese aktivieren die verhaltenssteuernden Systeme in unserem Gehirn.

Haben es dann nicht die geborenen Optimisten leichter?

Nein!

Das liegt daran, dass die optimistische Grundhaltung dazu führen kann, sich das positive Gefühl nur ja nicht stören zu lassen. Die Beschäftigung mit Schwierigkeiten, Problemen und anspannenden Zielen trübt jedoch das Erleben von Freude. Phasen von Frustration und Problembewältigung durchzuhalten ist nicht unbedingt die Stärke der reinen Optimisten[2]Mehr Informationen zu den Gehirnprozessen findest Du hier “Die Geheimnisse Deiner Psyche – entschlüsselt!”.

Erfolgreiche Menschen können zwischen Problemorientierung und Optimismus pendeln.

Fähigkeiten erfolgreicher Führungskräfte

Eine erfolgreiche Führungskraft wird folgende Fähigkeiten besitzen:

Zielimagination

Eine lebendige Imagination des Ziels in einem bildhaften Format, das mit positiven Emotionen verknüpft ist. Dabei ist das Ziel selbstgewählt, entspricht den inneren Bedürfnissen und löst ein Verlangen aus. Die Motivation – also die Ausrichtung auf dieses Ziel – kommt nicht nur aus rein rationalen Erwägungen, sondern schließt die emotionale Komponente mit ein. Das bedeutet, dass erfolgreiche Menschen sich in den gewünschten Zielzustand hineinversetzen können und diesen auch körperlich spüren. In meinen Trainings und Coachings verwende ich Übungen zur Zielimagination in Kombination mit Meditation[3]Mehr Informationen zur Zielbildung im Beitrag Es ist dein Selbst, dem du folgen musst.

Handlungsfolgen entwickeln

Die Fähigkeit, aus dem Ziel konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Das Absichtsgedächtnis wird durch präzise Instruktionen geladen. Dabei gilt: je konkreter die Handlungsschritte erarbeitet werden, desto höher die Erfolgswahrscheinlichkeit. In dieser Phase wird das global-ganzheitliche Zielbild in konkrete Ergebnisse die es zu erreichen gilt, transformiert.

Fokus auf Schwierigkeiten – emotionale Dialektik

Ein realistischer Blick auf Schwierigkeiten und Hindernisse. Ein Ziel zu erreichen bedeutet immer auch, mit Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. Die Augen davor zu verschließen ist meistens kein guter Weg. Erfolgreiche Führungskräfte haben jedoch das Zutrauen, dass Schwierigkeiten und Hindernisse bewältigt werden können. Diese Phase des „Schwarzsehens“ kann jedoch dazu führen, in negativen Emotionen stecken zu bleiben. Erfolgreiche Menschen merken jedoch, wann es Zeit ist, wieder positive Emotionen aufzurufen. Mit einem Wort haben erfolgreiche Führungskräfte ihre Selbststeuerung so entwickelt, dass sie zwischen den beiden Zuständen „Optimismus“ und „Pessimismus“ pendeln können. Man nennt das auch die Fähigkeit zur “emotionalen Dialektik” (nach Julius Kuhl).

Mutig handeln

Einfach etwas tun. Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn Ziele, Ideen und Visionen auch umgesetzt werden. Deshalb verhindert zu langes Zögern Erfolg. Die beiden Sprüche: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ und „Der Weg entsteht beim Gehen“ haben sehr viel Wahrheit in sich. Wer immer nur bedacht ist, den „richtigen“ Schritt zu tun, übersieht, dass wir oft erst in der Rückschau sagen könne, ob ein Schritt „richtig“ war. Und wer allzu lange auf den richtigen Zeitpunkt wartet, der verpasst in Wirklichkeit Chancen, die sich daraus ergeben, dass man einfach anfängt…

Mit dieser Checkliste kannst Du überprüfen, an welchen Punkten Du noch arbeiten solltest, um auf die „Erfolgsstraße“ zu kommen. Weitere Hinweise findest Du im Beitrag über die WOOP-Methode von Oettingen.

Next Steps

Wenn Du Interesse hast Deine Ziele, Motive und Deine Grundhaltung zu reflektieren und zu verbessern, biete ich Dir ein Spezialcoaching an. Mittels eines wissenschaftlichen Testverfahrens von Julius Kuhl kannst Du Deine Persönlichkeit erforschen. Darauf aufbauend erfolgt ein individuell abgestimmtes Coaching um Deine Potenziale zu entfalten.

Interessiert?

Bitte kontaktiere mich unter: office@heisetraining.at

Was ist Deine Meinung? Wie schaffst Du es, erfolgreich zu sein? Hinterlasse dazu Deinen Kommentar!

Hier als Podcast-Episode nachhören

4 Schritte und Du hast Erfolg

von Gregor Heise | Durchstarten mit Führung

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Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1Siehe auch den Artikel: „Erfolgsbremse positives Denken
2Mehr Informationen zu den Gehirnprozessen findest Du hier “Die Geheimnisse Deiner Psyche – entschlüsselt!”
3Mehr Informationen zur Zielbildung im Beitrag Es ist dein Selbst, dem du folgen musst

Nutze Deinen Arbeitstyp und Du wirst mehr erreichen!

Nutze Deinen Arbeitstyp und Du wirst mehr erreichen!

Dein Arbeitstyp als Erfolgsfaktor

Menschen sind unterschiedlich.

Jeder ist eine einzigartige Persönlichkeit.

Aber: es gibt viele Gemeinsamkeiten.

Und genau um diese Gemeinsamkeiten geht es, wenn man von Persönlichkeitstypen spricht. Einfach gesprochen geht es bei den Persönlichkeitstypen darum, das Gemeinsame im Verhalten und Erleben des Menschen aufzusuchen und zusammenzufassen.

Versuche solche Typen zu bilden gibt es schon seit dem Altertum.

Man erhofft sich damit zweierlei:

  • andere Menschen besser zu verstehen und die Verhaltensweisen vorherzusagen
  • das eigene Verhalten besser auf den anderen abzustimmen

Vielleicht wirst du dir jetzt sagen: ist das nicht zu sehr vereinfachend? Stecken wir den Menschen da nicht einfach in eine Schublade?

Das stimmt natürlich. Im Grunde ist eine solche Typenbildung immer eine Vereinfachung.

Aber sie hilft…

Der Persönlichkeitstyp wird sich auch sehr stark auf das Arbeitsverhalten und die Motivation auswirken. Deshalb kann man auch von “Arbeitstyp” sprechen.

Ich stelle dir 4 Arbeitstypen vor und beschreibe das Arbeitsverhalten.

Die 4 Arbeitstypen

Der sorgfältige Arbeitstyp

Sorgfältiger Arbeitstyp Perfektion, Genauigkeit, Gründlichkeit – das sind Begriffe, die diesen Arbeitstyp kennzeichnen. Dazu kommt ein hoher Grad an Verlässlichkeit und Pflichtbewusstsein.

Der Arbeitstag ist perfekt organisiert und strukturiert. Die Planung kann allerdings manchmal übergenau sein.

Die Stärken liegen in der Erkennung von Fehlern und in der Detailorientierung. Das kann dann allerdings auch auf Kosten des Überblicks gehen. Das Stichwort ist hier: Verzettelung! Diese Verzettelung tritt auch dann auf, wenn zu viele Aufgaben gestellt werden. Da der sorgfältige Arbeitstyp gerne jede Aufgabe zu 100% erledigen will, kann er sich dann leicht überfordert fühlen. Nervosität und Angespanntheit sind dann die Folge.

Sorgfältige Arbeitstypen würden gerne etwas weniger perfekt sein können – haben aber dann häufig Angst, den eigenen hohen Leistungsansprüchen nicht zu genügen

Auch das Zwischenmenschliche ist nicht unbedingt die Stärke dieses Typus. Menschen lassen sich nun mal schwer kalkulieren und vorausberechnen. Soziale Kontakte werden daher gemieden oder beschränken sich auf einige wenige. Solche Menschen sind oftmals auch mit der Arbeit “verheiratet” und machen viele Überstunden, denn es darf nichts liegen bleiben.

Ideales Einsatzgebiet: dort wo es auf Genauigkeit ankommt und wo Fehler fatal sein können. Diesen Menschen muss man Mut zum Un-perfekten machen. Ebenso benötigen Sie viel Anerkennung (obwohl es auf den ersten Blick nicht immer dananch aussieht).

Achtung: nicht überfordern, Veränderungen behutsam vorbereiten, eigenständiges und routiniertes Arbeiten ermöglichen. Kein Zwang zu Sozialkontakten.

Der impulsive Arbeitstyp

Impulsiver ArbeitstypFröhlichkeit, gute Laune und Spontaneität – das sind Begriffe, die diesen Arbeitstyp kennzeichnen. Sie sind grundsätzlich an Neuem interessiert, sind rasch für etwas Feuer und Flamme. Leider ist es mit dem Durchhaltevermögen oftmals nicht so gut bestellt. Wenn es schwierig wird, dann verlieren sie rasch die Lust.

Weil sie sich rasch von einer Sache angesprochen fühlen, halsen sie sich oftmals zuviel auf und sind dann nach einem turbulenten Arbeitstag richtiggehend erschöpft.

Diese Menschen haben überhaupt keine Schwierigkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Sie sind geborene Small-Talk-Führer. Oft sind sie wenig diplomatisch, denn es rutscht ihnen manchmal ein Wort heraus, dass sie nachher bereuen.

Impulsive Arbeitstypen würden sich gerne besser strukturieren können. Auch Nein-Sagen fällt ihnen schwer.

Ideales Einsatzgebiet: dort wo es auf Kreativität ankommt und wo zwischenmenschliche Beziehungen wichtig sind. Diese Arbeitstypen kann man mit Selbstorganisation überfordern. Besser ist es, die Selbstorganisation in Routinen zu verpacken, die diese Menschen abspulen müssen um dann frei und spontan vorgehen zu können.

Achtung: diese Menschen nehmen oft vorschnell Arbeitsaufgaben an, ohne zu prüfen, ob sie das überhaupt noch leisten können. Unterstütze sie dabei, sich realistische Zeitpläne zu machen.

Der analytische Arbeitstyp

Analytischer Arbeitstyp Vernünftig, rational und problemorientiert – das sind Begriffe, die diesen Arbeitstyp kennzeichnen. Sie können sich in Problemstellungen akribisch hineinarbeiten und geben nicht eher Ruhe, als bis eine Lösung gefunden ist. Das Denken ist dabei schrittweise und logisch: eines folgt aus dem anderen. Da diese Arbeitstypen ein Problem in der letzten Tiefe durchdringen wollen, fehlt ihnen manchmal das Gespür dafür, wann es genug ist mit dem analysieren. Ins Handeln zu kommen ist für Analytiker eine Herausforderung!

Diese Menschen haben ihre Arbeitsabläufe bestens strukturiert. Projektpläne, To-Do-Listen und bewährte Vorgangsweisen bestimmen den Arbeitstag. Das ist immer dann gut, wenn es gilt, ein Ziel längere Zeit konsequent zu verfolgen und hartnäckig dran zu bleiben.

Schwierig wird es, wenn eine rasche Lösung gefunden werden muss oder ein Lösungsweg eingeschlagen werden soll, der noch nicht zu 100% durchdacht ist.

Ideales Einsatzgebiet: dort wo es auf Problemanalyse ankommt und wo zwischenmenschliche Beziehungen weniger wichtig sind. Diese Arbeitstypen brauchen Zeit zur Problemanalyse. Es sollte jedoch ein Zeitrahmen vorgegeben werden, damit die Analyse nicht ausufert.

Achtung: diesen Menschen fällt es manchmal schwer, zwischen verschiedenen Lösungsalternativen zu wählen. Gerade die Entscheidung für eine Lösung benötigt eine Plausibilitätsprüfung, die intuitiv getroffen wird. Und gerade der Intuition misstrauen analytische Arbeitstypen. Zum Thema Intuition empfehle ich dir 2 Podcastepisoden: “Wie du als Führungskraft gute Entscheidungen triffst” und das Interview mit Florian Artinger “Erfolgreiche Führungskräfte nutzen die Intuition“. Teamarbeit vertragen diese Typen nur in kleinen Dosen.

Der selbstbestimmte Arbeitstyp

Der selbstbewusste ArbeitstypSelbstbewusst, cool und machtbewusst – das sind Begriffe, die diesen Arbeitstyp kennzeichnen. Nach außen wirken sie ruhig, abgeklärt und stets Herr der Lage. Das kommt daher, weil sie sich durchaus ihrer Besonderheit bewusst sind. Sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz der ihnen hilft, mit herausfordernden Situation gut zurecht zu kommen.

Auch in turbulenten Situationen behalten sie die Übersicht. Sie bleiben ruhig und gelassen.

Obwohl sie ein gutes Gespür dafür haben, was andere brauchen, haben sie doch die Überzeugung, dass ihre Sicht der Dinge richtig ist. Wenn andere das nicht einsehen wollen, dann können selbstbestimmte Menschen auch ungemütlich werden.

Diese Arbeitstypen sind auch bei der Auswahl ihrer Arbeit sehr wählerisch. Sie müssen das Gefühl haben, dass die anstehende Arbeit zu ihnen passt. Wenn das nicht der Fall ist, werden solche Arbeiten delegiert oder bleiben liegen.

Ideales Einsatzgebiet: dort wo es auf Führung ankommt oder Dinge durchgezogen werden müssen. Wichtig ist, dass diese Arbeitstypen keine Einengung vertragen. Sie möchten ihr eigenes Ding machen!

Achtung: diesen Menschen fällt es manchmal schwer, unangenehme Dinge an sich heran zu lassen. Negatives wird dann gerne übersehen. Für das Selbstwachstum ist es jedoch erforderlich, sich auch mit unangenehmen Dingen zu beschäftigen. Man wächst an der Bewältigung von Schwierigkeiten.

Schlussfolgerung

Diese Darstellung der einzelnen Typen soll dich anregen, einmal selbst für dich festzuhalten, welcher Arbeitstyp dir am nächsten kommt. Dann stelle einmal fest, was dieser Arbeitstyp für dich Gutes tut und wo es Entwicklungsmöglichkeiten gibt.

In einem nächsten Schritt kannst du dann versuchen, den Arbeitstyp deiner Mitarbeitenden zu erkennen. Hier ist es wichtig zu erkennen, ob deine Mitarbeitenden “typengerecht” eingesetzt sind.

Wenn du dich für die genaueren psychologischen Hintergründe dieser Typen interessierst, dann lies den Blogartikel Typisch! Was Persönlichkeitstypen verraten. Es gibt auch Testverfahren, die deinen Persönlichkeitstyp im Detail analysieren. Nimm mit mir Kontakt auf – ich mache dir gerne ein Angebot!

 

 

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Wage den Sprung und setze um mit dem Rubikon-Modell

Wage den Sprung und setze um mit dem Rubikon-Modell

Das Rubikon-Modell der Handlungsphasen

“Alea jacta est!” – “Der Würfel ist gefallen!”

Wer kennt diesen Ausspruch nicht.

Angeblich soll ihn Julius Cäsar geäußert haben, als er 49 v. Chr. mit etwa 5000 Mann den Rubikon überschritten hatte, um seiner Entmachtung zuvor zu kommen. Da diese Tat einer Kriegserklärung gegen Rom gleichkam, war Cäsar wohl bewusst, dass es danach kein Zurück mehr gab. Nun – Cäsar war erfolgreich und herrschte noch weitere 5 Jahre lang[1]vgl. Wikipedia; Gaius Julius Cäsar.

Die Redewendung: “Er hat den Rubikon überschritten” ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden. Damit möchte man ausdrücken, dass sich jemand für eine unwiderrufliche, riskante Handlung entschieden hat. Wer den Rubikon überschritten hat weiß, dass es ab diesem Zeitpunkt kein Zurück mehr gibt[2]vgl. Wikipedia; Rubikon.

Der Motivationspsychologe Heinz Heckhausen hat gemeinsam mit Peter M. Gollwitzer das “Rubikonmodell der Handlungsphasen” entwickelt, das untersucht, wie aus Absichten Taten werden.

Die Kenntnis des Rubikon-Modells und die Umsetzung der daraus ableitbaren Schlussfolgerungen hilft, Absichten umzusetzen. Aufschieben – Prokrastination – kann damit in vielen Fällen verhindert werden.

Die 4 Phasen im Rubikon-Modell

Stell dir einmal vor, du möchtest etwas für deine Fitness tun. Es stört dich, dass du einfach zu viel Gewicht hast. Auch dein Arzt hat bei der letzten Untersuchung gemeint, jetzt sei es wirklich hoch an der Zeit, etwas zu unternehmen.

Also, du merkst, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Du hast also den Wunsch nach Verbesserung deiner Fitness. Vielleicht hast du auch eine starke Vision, wie gut du dich fühlen wirst, wenn du erst einmal regelmäßig Sport getrieben hast.

Auf dem Weg vom Wunsch zur Zielrealisierung durchläuft man vier Phasen:

  • Abwägen
  • Planen
  • Handeln
  • Bewerten

In jeder dieser Phasen sind unterschiedliche psychologische und neuronale Prozesse wirksam.

Rubikonmodell

Übersicht über das Rubikonmodell

Phase des Abwägens

In Gedanken sammelst du nun einige Ideen, was du alles tun könntest: joggen, schwimmen, Rad fahren, wandern, Fitnessstudio besuchen, Gymnastik, Yoga usw. Auf dieser Stufe werden also eine große Anzahl von Wünschen und Anliegen produziert. Diese sind mit den Basismotiven: Beziehung, Leistung, Durchsetzung verbunden.

So ist zu erwarten, dass ein leistungsmotivierter Mensch wahrscheinlich mehr Ideen produziert, die in Richtung eigener Verbesserung gehen oder Konkurrenzaspekte beinhalten. In unserem Beispiel motiviert eine leistungsorientierte Person vielleicht die Vorstellung, in einen Laufclub einzutreten, der auch Wettbewerbe anbietet.

Beziehungsmotivierte Menschen produzieren eher Wünsche und Anliegen, die Begegnung mit anderen Zulassen. In unserem Beispiel ist das vielleicht das Wandern mit der Partnerin, bei der man sich austauschen kann.

Durchsetzungsmotivierte Menschen werden bevorzugt eine Tätigkeit wählen, bei der sie für etwas Verantwortung übernehmen oder anderen etwas beibringen können. Vielleicht organisieren diese Menschen eine Klettertour, die sie führen können.

Wie man auswählt

Die große Menge an Ideen können natürlich nicht alle realisiert werden. Es kommt zu einer Phase des Abwägens und Auswählens. Das geschieht in mehreren Richtungen.

  • Ist das Ziel für mich überhaupt wünschbar?
  • Habe ich die notwendigen Mittel (Ressourcen)?
  • Ist mein Wunsch, meine Idee überhaupt realisierbar?

Mit anderen Worten ist die Attraktivität eines Vorhabens von den Faktoren abhängig:

  • Bedeutung und Wünschbarkeit des Zieles für mich (Valenz) [V]
  • Erwartung, dass meine Bemühungen einen Beitrag zum angestrebten Ziel leisten [E]

Diese Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie von Vroom hilft, die Voraussetzungen aufzuklären, die gegeben sein müssen, damit ein Individuum überhaupt ein Ziel weiter verfolgt. Die Entscheidung für ein Ziel ist damit das Produkt von Valenz und Erwartung. Also Entscheidung=V*E

In unserem Beispiel werden also die Ideen mit den eigenen Motiven und auch mit der Erwartung der Zielerreichung abgeglichen. Dabei spielen Vorerfahrungen eine wichtige Rolle. Wenn jemand z.B. schon früher regelmäßig gejoggt hat, aber das Körpergewicht gleichgeblieben ist, wird er die Erwartung an diese Tätigkeit niedrig ansetzen und sie daher aus den Überlegungen ausscheiden.

Über den Rubikon gehen

Damit du allerdings wirklich ins Tun kommst genügt es nicht, über alle möglichen Ideen zu grübeln oder sich eine Menge an Alternativen auszumalen. Tatsächlich liegt in der Abwägephase auch eine gewisse Gefahr: sich in Träumen und Ideen zu verlieren. Wer zu einer Idee oder Vorstellung ergänzende Informationen benötigt, der bekommt sie einfach via Smartphone oder Laptop in Sekunden geliefert. Was Bill Gates 1995 noch als Vision formuliert hat, nämlich “information at your fingertips[3]vgl. Comdex Keynote von Bill Gates” zu erhalten, ist heute schon längst Realität.

Wenn aber einmal der Zugang immer neuer Information leicht gegeben ist, steigt die Tendenz des Abdriftens in immer neue Ideen und Möglichkeitsräume exponentiell.Ich kenne viele hochmotivierte und begabte Menschen, die vor Ideen sprühen, aber nur wenig davon realisieren – gerade weil sie sich nicht fokussieren können, sondern nur mit dem Aufnehmen beschäftigt sind.

Alles kommt darauf an, dass Wünsche und Träume in konkrete Ziele umgewandelt werden. Das bezeichnet man als das Überschreiten des Rubikons. Ein klares Ziel beendet das Abwägen.

Was geschieht psychologisch bei diesem Vorgang?

Während in der Abwägephase unser Selbstsystem extrem aktiv wird, ruft ein klares Ziel die exekutiven Zentren in unserem Gehirn auf. Der Organismus wird auf “Go” gestellt und die Realisierung kann in Angriff genommen werden. Ein verbindliches Ziel erwirbt einen starken Verbindlichkeitscharakter, und man fühlt sich verpflichtet, das Ziel auch tatsächlich anzustreben.

Wenn du einmal aufmerksam dich selbst beobachtest, dann kannst du in vielen Alltagssituationen diesen Prozess wahrnehmen. Bevor du dich zu einer Aktivität entschließt, gibt es eine mehr oder weniger deutlich fühlbare Abwägephase.

Phase der Planung

Es wird dir nicht unbekannt sein, dass für viele Ziele und Vorhaben, die du anstrebst, längere Planung notwendig ist. Wahrscheinlich verhält es sich mit der Mehrzahl der Vorhaben so, dass das Vorhaben nicht spontan umgesetzt werden kann, sondern die Mittel und Wege klug bedacht werden müssen. Mit anderen Worten: bevor du dein neu gebildetes Ziel in Angriff nehmen kannst, musst du dir überlegen, welche Handlungen zum Ziel führen. Auch die Reihenfolge der Handlungen ist oftmals entscheidend für die Zielerreichung.

In der Planungsphase wird vor allem der präfrontale Cortex – das Hirngebiet, das für die Aufrechterhaltung von Absichten zuständig ist – besonders aktiv. Diesen Teil bezeichnet man auch als Absichtsgedächtnis. Seine Aufgabe ist es, Vorhaben und Intentionen zu speichern – und zwar so lange, bis es eine Gelegenheit gibt, das Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Beispielsweise wenn du in einer Diskussion mit dem Team bist und deine Meinung kundtun möchtest, eine andere Person jedoch am Wort ist. Im Allgemeinen wirst du nicht einfach unterbrechen, sondern warten, bis eine Gesprächspause entsteht, in der du dann das Wort ergreifen kannst. Dies ist ein einfaches Beispiel dafür, wie eine Absicht in eine Handlung übergeführt wird.

Phase der Handlung

Wenn ein Plan umgesetzt werden soll bedeutet das für dich:

  • Handlungsoptionen zu erkennen
  • Hartnäckig das Ziel zu verfolgen
  • Auftretende Schwierigkeiten zu bewältigen

Ein gut ausgebildetes Absichtsgedächtnis hilft dir dabei. Es unterstützt dich beim hartnäckigen Dranbleiben und bei der Bewältigung von Rückschlägen.

Allerdings ist in der Handlungsphase auch noch ein anderes System in unserem Gehirn aktiv: die intuitive Verhaltenssteuerung. Dieses System stellt dir Handlungsroutinen bereit, um rasch und zuverlässig handeln zu können. Studien von Julius Kuhl haben gezeigt, dass dieses System besonders gut arbeitet, wenn man in einer positiven Stimmung ist.

Um also möglichst erfolgreich und zielstrebig zu handeln, ist es wichtig, dass Absichtsgedächtnis und intuitive Verhaltenssteuerung gut miteinander kooperieren. Typischerweise ist das Planen einer Handlung selten mit positiven Emotionen verknüpft. Es herrscht meist eine sachliche, nüchterne Stimmung vor. Das ist auch leicht nachvollziehbar:  wenn dein Ziel, dein Traum, dein Wunsch deutlich vor dir steht, dann möchtest du bestimmt gleich loslegen, Stellst du nun fest, dass es noch viele Schritte braucht, um zum Ziel zu kommen, kann das dir auch schon einmal die Lust nehmen. Alles kommt darauf an, die Planungsphase als “notwendiges Übel” zu betrachten und im entscheidenden Moment positive Emotionen wie Freude oder Begeisterung aufzurufen, damit du wirklich loslegen kannst[4]Zu den genannten Hirnsystemen lese auch den Beitrag: “Die Geheimnisse deiner Psyche – entschlüsselt.

Phase der Bewertung

In dieser Phase steht die Auswertung im Vordergrund. Die Ergebnisse werden mit den am Anfang gesteckten Zielen verglichen. Typische Fragen in dieser Phase sind:

  • Wie gut wurde das Ziel erreicht?
  • Sind die erhofften positiven Konsequenzen meines Handelns auch wirklich eingetroffen?
  • Ist die Absicht, die das Handeln notwendig machte, zur Gänze erledigt?
  • Wenn das Ziel nicht erreicht wurde: müssen andere Mittel zur Zielerreichung eingesetzt werden oder wird das Ziel zur Gänze fallen gelassen?

Handlungskreislauf Rubikon

Handlungskreislauf

Das Zusammenspiel der einzelnen Phasen siehst du in dieser Übersicht:

Tipps – so zündest du den Umsetzungsturbo

  • Gönne dir Zeit zur Entwicklung deiner Ideen!
  • Ideen gedeihen in einer ruhigen und entspannten Umgebung.
  • Entwickle Ideen in Kommunikation mit anderen
  • Nutze auch kreative Zugänge um deine Kreativität anzuzapfen
  • Lasse dich von anderen inspirieren
  • Versuche nicht, sofort die “richtige” Idee zu finden.
  • Bewerte deine Ideen nach deinem Engagement. Wofür brennst du?
  • Wenn du die Idee gefunden hast, dann verpflichte dich dazu.
  • Schreibe dir dein Vorhaben auf.
  • Mache dir einen Plan.
  • Widerstehe der Versuchung, zu viel zu planen. Eine ungefähre Richtung ist manchmal sinnvoller als zu viel Zeit in die Details zu investieren.
  • Fange einfach an!
  • Belohne dich, wenn du Teilschritte bzw. Meilensteine erreicht hast.
  • Verstehe Misserfolge als wertvolle Feedback um noch besser zu werden.
  • Suche den Austausch mit anderen oder investiere in einen Coach.

Wie geht es weiter?

Es gibt ein wissenschaftliches Testverfahren, mit dem du deine Stärken und Schwächen in der Handlungssteuerung im Detail herausfinden kannst. Dazu machst du einen einfachen Onlinetest, der an der Universität Osnabrück entwickelt wurde. Der Test dauert ca. 20 Minuten. Du erhältst ein detailliertes Testergbenis mit konkreten Ansatzpunkten zur Verbesserung. Dazu gibt es ein 45-minütiges Rückmeldegespräch per Skype.

Du kannst diesen Test gleich hier buchen!

Gerne kannst du auch in den Kommentaren deine Fragen posten – ich beantworte sie gerne!

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Das Rubikon-Modell: So setzt Du Deine Vorhaben um!

von Gregor Heise | Durchstarten mit Führung

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Anmerkungen und Nachweise

Anmerkungen und Nachweise
1vgl. Wikipedia; Gaius Julius Cäsar
2vgl. Wikipedia; Rubikon
3vgl. Comdex Keynote von Bill Gates
4Zu den genannten Hirnsystemen lese auch den Beitrag: “Die Geheimnisse deiner Psyche – entschlüsselt
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