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Liebster Award

von | Feb 23, 2017

Hintergründige Fragen von Diana Roth

Diana Roth ist Personalerin aus Leidenschaft. Vor allem unterstützt sie Frauen, die im Personalmanagement arbeiten. Dieses Thema bringt sie in den sozialen Netzwerken auf ihre – wie ich finde sehr aparte „schweizerische“ Art und Weise ein. Das hat mir von Anfang unserer Begegnung an gut gefallen. Dass sie mich jetzt zum Liebster-Award nominiert hat, freut und ehrt mich sehr!

Beim Liebster Award geht darum, neue Blogs und die Menschen dahinter kennen zu lernen. Hier meinen Antworten auf Dianas Fragen und somit die Gelegenheit meine Leserinnen und Leser mehr mit mir vertraut zu machen.

Was an Deiner derzeitigen Arbeit macht Dir so viel Spaß, dass Du es auch noch in 10 Jahren tun möchtest?

Ich bin mein ganzes Berufsleben lang mit der Persönlichkeitsentwicklung von anderen Menschen (und meiner eigenen!) beschäftigt. Besondere Freude macht es mir, zu sehen, wie andere Menschen neue Fähigkeiten entdecken, sich etwas zutrauen was sie vorher noch für unmöglich gehalten haben oder unbekannte Aspekte an sich entdecken.So ist es mir beispielsweise vor kurzem gegangen, als ich mit einer Jobanwärterin im Rahmen eines Personalauswahlprozesses über ihre PSI-Diagnostik Testergebnisse gesprochen habe. Da dieses Instrument sehr persönlich ist, entstand ein für beide Seiten sehr berührendes Gespräch. Und das sind dann die Sternstunden bei denen ich spüre; ja, genau dafür mache ich meinen Job!

Welche Kriterien muss nach Deiner Meinung Dein ideales Leben aufweisen?

Ich glaube, dass mein Leben, das ich führe meinem idealen Leben recht nahe kommt. Für mich sind Beziehungen wichtig, die Möglichkeit, sich zu entfalten und zu entwickeln. Ich genieße auch sehr das Privileg, meine Arbeitszeit relativ frei einteilen zu können. Wichtig ist mir jedoch immer, den Gedanken wach zu halten, dass ich doch in einem sehr begünstigten Umfeld leben kann.

Das bedeutet für mich, auch solidarisch zu sein mit jenen, denen es nicht so gut geht. Konkret engagiere ich mich bei FAIRTHERAPY – einem Verein der sich dafür einsetzt, Traumatherapie für alle anzubieten, insbesonders für jene, die sich eine Therapie nicht leisten können.

Was macht eine Freundschaft aus? Eine Freundschaft zu Dir?

Freundschaft ist für mich dann gegeben, wenn man jemanden „hat“, dem gegenüber man sich öffnen und der einen so annimmt, wie man ist. Ohne Bewertung. Und das Gefühl, dass da jemand ist, der für dich da ist. Einfach so!

Das gilt natürlich auch umgekehrt! Im Sinne des weisen Spruches: „Geben ist seliger denn nehmen!“ gilt für mich in Freundschaften das Prinzip der Gegenseitigkeit. Ich möchte auch gerne für andere da sein!

Wie kannst Du erreichen, dass ein Mensch ein anderes Verhalten zeigen kann?

Ich sage einmal, wie es nicht geht: mit Druck und Zwang!

Meine Überzeugung ist, dass sich Menschen so verhalten, wie sie es im Augenblick am besten können. Im Zustand der Entspannung sind auch die Wahlmöglichkeiten größer – unter Anspannung wird der Aktionsradius kleiner.

Was das in der Praxis heißt?

Wenn ich wirklich erreichen will, dass ein Mensch ein anderes Verhalten zeigen kann geht es darum, gemeinsam mit ihm in einem entspannten Modus Wahlmöglichkeiten aufzusuchen. Und dann ist es ganz wichtig, zu ermutigen!

Welches Verhalten zeigst Du in beruflichen Problemsituationen, das Du in privaten Lösungssituationen nicht zeigst?

Ich glaube, dass es da keinen großen Unterschied gibt! Natürlich lege ich mir im beruflichen Kontext etwas mehr Zurückhaltung auf, denke vielleicht einmal mehr über meine Aktionen nach (ich bin nämlich eher der spontane Typ  ) bevor ich handle. Auch zeige ich in schwierigen Situationen mehr professionelle Distanz. Aber im Grunde versuche ich auch privat viele der Tipps die ich in meinen Seminaren vermittle auch anzuwenden. Sonst wäre ich ja kaum authentisch!  Aber natürlich ist das Engagement privat viel höher und deshalb ist es manchmal eine Herausforderung.

Welches Tier wärst Du gerne und warum?

Ein Adler!

Adler

Die Fähigkeit zu fliegen, Grenzen zu überschreiten, Freiheit zu spüren und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen – das würde mich schon reizen.

Das ergänzt sich natürlich auch zu meinem systemischen Verständnis der Welt, das die Grundlage meiner Arbeit bildet: um zu erkennen, wie die Dinge zusammen „funktionieren“ ist die Distanzierungsfähigkeit ganz wichtig.

Aber natürlich darf Distanz nicht zum Selbstzweck werden. Auch ein Adler kann nicht ewig fliegen!

Wann hast Du zum letzten Mal was zuerst getan? Was war das und warum?

Einfach gesagt kommt das bei mir sehr häufig vor: da ich passionierter Klavierspieler bin, studiere ich mindestens ein neues Stück pro Monat. Jedes neue Stück ist eine spannende Entdeckungsreise: eine Begegnung mit einem Stück, mit dem Komponisten, die Meisterung der manuellen Schwierigkeiten, das Finden des richtigen Ausdrucks usw.

Auf der beruflichen Ebene ist es mein Podcast, der eine große Herausforderung darstellt, wo ich viel gelernt habe. Auch die Entwicklung meines Onlinekurses ist absolutes Neuland.

Warum ich das mache? Weil ich Herausforderungen liebe und neugierig bin. An sich gute Eigenschaften, nur muss ich manchmal aufpassen, nicht zu viele Dinge anpacken zu wollen und dann zu viele „lose Enden“ in der Hand zu haben.

Was ist Dein Warum im Leben?

Diese Frage ist eigentlich gar nicht zu beantworten – zumindest nicht in einem Satz. Den „Sinn“ des eigenen Lebens – und darauf zielt die Frage ja letztendlich ab – gilt es aus meiner Sicht immer wieder neu zu entdecken. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückschaue, dann ist eine mögliche Antwort auf diese Frage, dass es mich immer interessiert hat, zu erforschen, woraus sich etwas zusammensetzt und wie es funktioniert. Diese „Entdeckerhaltung“ gepaart mit einer großen Portion Neugier ist ein wichtiger Aspekt in meinem Leben.

Schlussbemerkung

Die Fragen haben mir gut gefallen! Auch wenn der Liebster Award nicht nur auf uneingeschränkte Freude trifft, finde ich die Idee gut. Danke nochmal an Diana Roth für die Nominierung!

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