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In seinem Gastartikel „Gefühle im Job: Was tun, wenn’s im Mitarbeitergespräch emotional wird“ spricht Stefan Brandt ein ganz wichtiges Thema an.
Zwar wünschen sich alle Führungskräfte ruhige und sachliche Gespräche. Aber manchmal klappt es einfach nicht. Stefan beschreibt Strategien, die helfen um Gespräche die aus dem Ruder zu laufen drohen, wieder in gesittete Bahnen zu lenken…  Danke für diesen wertvollen Beitrag! Stefan begleitet als Coach und Trainer junge Führungskräfte. Sein Blog ist eine ideale Ergänzung zu den Gedanken, die ihr hier in meinem Blog findet. Querlesen lohnt sich! www.stefanbrandt.de/blog

Gefühle im Job: Was tun, wenn´s im Mitarbeitergespräch emotional wird

In meinem letzten Seminar hatte ich eine Gruppe von Nachwuchsführungskräften, eine Frage besonders wichtig war: „Wie führen wir Gespräche, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter emotional reagiert? Wie gehen wir richtig damit um?“. Diese Frage interessiert und berührt viele Führungskräfte. Mit ein paar Tipps unterstütze ich Sie, Ihrer Rolle als Führungskraft gerecht werden.

Emotionale Situationen werden Ihnen in Ihrem Führungsalltag immer wieder begegnen. Ob Sie mit einem Mitarbeiter wegen seiner Leistung sprechen, eine immer wieder unpünktliche Mitarbeiterin ermahnen, oder den Ordnungssinn Ihrer Assistentin beanstanden müssen. Nicht jeder Betroffene freut sich über eine solche Rückmeldung und kann gut damit umgehen.

Von trotzig bis aggressiv

Manche Mitarbeiter reagieren trotzig oder ärgerlich. Möglicherweise führen Sie dann nur noch einen Monolog, weil Ihr Mitarbeiter „dicht“ macht, nichts mehr hört und sagt.

Vielleicht wird Ihr Gesprächspartner auch aggressiv, regt sich auf. Oder er erklärt Ihnen, „nichts dafür zu können“, und benennt diverse andere „Schuldige“. Oder er erzählt Ihnen ausführlich, warum etwas nicht geht, und versucht so, die Verantwortung von sich wegzuschieben.

Viele Führungskräfte fühlen sich mit Emotionen generell unbehaglich – egal ob sie positiv oder negativ sind. Sie glauben es sei professionell Gefühle im Berufsleben zu ignorieren.

Am wichtigsten ist es, ein Verständnis für emotionale Reaktionen zu entwickeln, damit sie nicht innerlich Wir sind Menschen und natürlich spielen Gefühle eine große Rolle. Auch im Job – wir geben sie ja nicht am Werkstor ab. Für den betreffenden Mitarbeiter geht es unter Umständen auch um seine berufliche Existenz. Klar, dass er schneller zu emotionalen Ausbrüchen neigt.

Wie schaffen Sie es, ein Feedbackgespräch zu führen mit jemandem der schnell weint, aufbrausend ist oder aus Verletzung abblockt und sich immer nur rechtfertigt?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen am Arbeitsplatz emotional negativ reagieren. Das kann persönliche Ursachen haben (z.B. eine Scheidung, eine Krankheit, Schwierigkeiten mit den Kindern) oder auch berufliche (z.B. ein misslungenes Projekt, eine schlechte Beurteilung, neidische Kollegen). Wenn Sie bedenken, wie viel Zeit wir am Arbeitsplatz verbringen, ist es nicht verwunderlich, dass Ihre Mitarbeiter auch mal emotional reagieren.

Sind Ihnen emotionale Äußerungen nicht ganz geheuer, bereiten Ihnen sicher manche Gespräche Kopfschmerzen.

Gerade wenn Sie Mitarbeiter im Team haben, die regelmäßig empfindlich reagieren. Vielleicht sind Sie mittlerweile schon im Vorfeld eines Gesprächs beunruhigt, weil Sie wissen, dass es schwierig werden könnte. Und Möglicherweise vermeiden Sie das Gespräch und den Kontakt überhaupt.

Das wäre nicht gut. Denn die Gefahr besteht, dass Sie damit in eine gefährliche Konfliktspirale geraten. Indem Sie schwierige aber notwendige Rückmeldungen vermeiden und sich dann darüber ärgern und Ihren Groll in sich hineinfressen, verschlechtern Sie auf Dauer die Arbeitsbeziehung zu Ihren Mitarbeitern.

Was können Sie im Umgang mit negativen Emotionen tun?

Wenn Sie schwierige Mitarbeitergespräche führen, ist Ihr Ziel, bei einer negativen emotionalen Reaktion innerlich und äußerlich nicht „wegzurutschen“. Lassen Sie sich auf keinen Fall von Ihrer Zielvorgabe abbringen und verwässern Sie Ihre berechtigten Erwartungen an den Mitarbeiter nicht aus Respekt vor einer emotionalen Reaktion. Sie wollen ja gemeinsam mit der oder dem Beschäftigten zu Vereinbarungen über die nächsten Schritte und Aktionen kommen.

Hier sind 4 Tipps von mir, wie Sie Mitarbeitergespräche führen, wenn es emotional wird

1. Investieren Sie die Zeit, um so fundiert wie möglich vorbereitet zu sein.

Improvisieren Sie nicht. Sie fühlen sich im Gespräch sicherer, wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und Ihre Rückmeldung mit Beobachtungen, Daten und konkreten Beispielen stützen.

Das ist keine Gewähr für einen positiven Gesprächsverlauf, aber eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, ruhig und konstruktiv zu bleiben, wenn es im Gespräch heiß wird.

2. Verbessern Sie Ihre Selbstwahrnehmung.

Achten Sie auf Ihre eigenen Gefühle und Reaktionen, wenn jemand negativ emotional reagiert. Weichen Sie Ihre Worte auf, um Konflikte zu vermeiden oder um Ihr gegenüber nicht noch mehr zu belasten? Oder reagieren Sie frustriert und schlagen zurück? Werden Sie sich darüber klar und Sie sind vor Ihrer spontanen „Gegenreation“ gefeit. So schaffen Sie es, Ihre Botschaft gelassen und klar zu platzieren.

3. Steuern Sie das Gespräch in eine positive Richtung.

Machen Sie Ihrer Mitarbeiterin oder Ihrem Mitarbeiter (und sich selbst) die Gründe klar, warum Sie das Gespräch überhaupt führen. Sicher nicht, um zu demütigen, sondern, im Gegenteil, weil Sie etwas Gutes bewirken möchten. Sie möchten darüber reden, wie sich Ihr Gegenüber verbessern könnte. Weil Sie die Zusammenarbeit schätzen. Gerade deswegen ist Ihre Rückmeldung als Führungskraft und die Ableitung von konkreten Veränderungsmaßnahmen notwendig.

Die meisten Mitarbeiter wollen ja auch einen guten Job machen und an sich arbeiten (genau deswegen trifft eine eher kritische Rückmeldung besonders stark).

4. Vertagen Sie das Gespräch.

Reagiert Ihr Gegenüber sehr emotional, ist ein sachliches Mitdenken nicht mehr möglich. Vertagen Sie das Gespräch in diesem Fall und setzen es zu einem späteren Zeitpunkt fort.

Sagen Sie etwas wie “Ich sehe, dass Sie ganz (aufgelöst, aufgebracht, überrascht) sind. Ich verstehe, dass es schwierig für Sie ist. Ich weiß dass Sie erfolgreich sein und gute Arbeit leisten wollen. Dabei will ich Sie unterstützen. Denken Sie über alles in Ruhe noch mal nach. Lassen wir uns morgen noch einmal zusammensetzen, wenn Sie Zeit hatten, alles zu verarbeiten.“

Mitarbeitergespräche führen Sie also besser am Tagesende, so dass Ihr Mitarbeiter anschließend nach Hause gehen kann.

Fazit

Emotionale Reaktionen können die Beziehung zu unseren Gesprächspartnern gefährden. Indem Sie sich auf die guten Absichten des Gesprächs konzentrieren, sich so gut wie möglich vorbereiten, gelassen und gefasst reagieren, sitzen Sie wieder in einem Boot und Sie können Ihre Mitarbeiter in ihrer Entwicklung unterstützen.

Wenn Sie noch mehr und speziellere Tipps zum Umgang mit Emotionen im Mitarbeitergespräch möchten, holen Sie sich meinen kostenlosen Minikurs . Sie bekommen alle zwei Tage eine E-Mail zum Umgang mit aufbrausenden, abwehrenden und weinenden Mitarbeitern und lernen, wie Sie nach einem für Sie emotional belastenden Gespräch Ihre Souveränität zurückgewinnen.

 

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